Quark
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Dabei seit: 24.08.2007
Beiträge: 6042
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Günter schrieb im Thema "Ein Kreuz mit dem Kreuz":
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Original von Günter
So, eigentlich wollte ich jetzt arbeiten - und das werde ich auch gleich - aber nun muss ich doch erst einmal etwas loswerden:
Kumiko, was Du Dich hier fragst, das frage ich mich auch immer wieder:
Was ist eigentlich so schlimm daran, dass man, wenn jemand kommt und sagt "Ich vertrete die und die Meinung!" das einfach so zu Kenntnis nimmt?
Ein von mir konstruiertes Beispiel (aber dieser Schlüssel passt in viele Schlösser):
Wenn hier ein Muslim schreibt, dass für ihn Allah der einzige Gott ist und dass er nur an ihn glauben kann, warum kann man so etwas nicht einfach tolerieren und sagen, OK, das ist doch Deine Sache!
Warum kann aber dieser Muslim nicht auch ertragen, dass jemand anders schreibt, dass er das ganz anders sieht? Und konkrete Fragen stellt.
Einigen Diskutanten hier ist das Wort "Toleranz" (von tolerare = etwas erdulden, ertragen können) einfach nicht vermittelbar. Andere widerum erwarten, dass man ihrer Auffassung gegenüber tolerant ist, sie sind aber nicht bereit, anderen Auffassungen gegenüber ebenfalls tolerant zu sein.
Das ist so nicht in Ordnung und schließt jeglichen fruchtbaren Austausch aus.
In diesem Zusammenhang kann ich auch die pauschale - leider oft völlig unbegründete - Hetze gegen Evangelikale nicht mehr nachvollziehen! |
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Ich möchte dies gerne als Beginn einer Diskussion starten.
Wird hier das Thema Toleranz von den so_called 'radikalen Christen' hier im Forum gelebt? Mein Eindruck ist, dass gerne darauf verwiesen wird, wie tolerant man doch Andersgläubigen gegenüber ist, man aber doch die eigene Meinung als die einzig Richtige darstellt.
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In der Politik geschieht nichts zufällig. Wenn es geschieht, dann kann man darauf wetten, dass es genauso geplant war. Franklin D. Roosevelt
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07.04.2010 19:25 |
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Quark
Mitglied
   
Dabei seit: 24.08.2007
Beiträge: 6042
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| Zitat: |
Original von Günter
Man kan durchaus auch tolerant sein, wenn man die eigene Überzeugung für sich selber als " als die einzig Richtige" erfahren hat bzw. versteht.
Das bedeutet konkret:
Ich kann selber als Christ glauben, dass Jesus der einzige Weg zur Erlösung ist - und darf das hoffentlich auch in einem freien Land als meine Meinung äußern - werde aber gleichzeitig in höchster Ehrerbietung mit Menschen umgehen, die eine andere religiöse Überzeugung vertreten.
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Ja, ich kann mir das von Dir schon vorstellen. Aber bedeutet der Missionsbefehl Christi denn nicht auch, dass ich andere Menschen, die eine andere religiöse Überzeugung vertreten, zu der einzig Richtigen Lösung hinbringe, um sie nicht in der Verdammnis zu lassen? Denn so sehen es doch hier einige Mitglieder, vielleicht täusche ich mich da.
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In der Politik geschieht nichts zufällig. Wenn es geschieht, dann kann man darauf wetten, dass es genauso geplant war. Franklin D. Roosevelt
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07.04.2010 21:43 |
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Kumiko
Gast
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Original von RaBoe
Ich habe seit Ostern die Schnauze gestrichen voll und es ist bei mir erst mal aus mit der Tolleranz.
Ich habe nix gehört, das die Kirche sich bemüht, die Fehler der Vergangenheit einzugestehen und die Gerechtigkeit herzustellen. Ich habe mich darauf hin mit mir länger mit dem Pastor meiner Kinder länger unterhalten um seine Meinung zu hören.
Ich habe einige Kinder und kann sie nicht ohne schlechten Gewissen mit der Kirche in den Urlaub gehen lassen.
Resultat.
Ich werde gleich nach der Kommunion meines letzten Kindes aus der Kirche austreten, eventuell wir dann mein fehlendes Geld helfen. |
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Wie inkonsequent! Wenn ich nichts mehr mit der Kirche zu tun haben will, trete ich doch direkt aus und nehme nicht noch ein paar Häppchen (die mir gerade noch in den Kram passen) mit auf den Weg.
Von welchen Kirchen sprechen wir hier überhaupt? Von der EKD, der RKK, den Evangelikalen (die man sicher nicht alle über einen Kamm scheren kann).
Toleranz heißt: Duldsamkeit, Nachsicht, das Respektieren der Meinung, Verhaltensweisen anderer.
Jede Meinung, jede Verhaltensweise muss ich sicherlich nicht -z. B. innerhalb der Kirche- respektieren.
Als Christenmensch (egal ob evg., kath. oder evangelikal) habe ich dort aufzustehen, wo Unrecht geschieht. So verstehe ich Christsein. Das bezieht sich auch auf politisches Leben.
Aber warum kann ich nicht den Glauben eines anderen Menschen stehen lassen? Da wird mir kein Unrecht getan. Was also muss ich aushalten? Kritik vielleicht am eigenen Glauben oder an der eigenen Lebensart? Fühle ich mich in Frage gestellt?
Intoleranz ist für mich ein Zeichen von Angst. Angst vielleicht vor Veränderung, Gewohntes gerät ins Wanken, Überforderung. Keine Ahnung, was dahinter steckt.
Aber ich denke, Fundamentalisten (egal ob Christen, Nichtchristen oder Muslime) haben Angst, ihr Fundament zu verlieren.
Ich als Christ kann aber meine Basis nicht verlieren. Das macht mich als überzeugter Christ angstfrei. Denn Jesus hat mich aus Gnade von meinen Ängsten und Anfechtungen befreit und mich angenommen.
Meinen Glauben vetrete ich. Das hat nichts mit Intoleranz zu tun. Ich stehe zu meinem Glauben.
Meinungsaustausch ist doch etwas Bereicherndes. Einander zuhören können ohne sich gegenseitig in die Pfanne zu hauen, so verstehe ich Diskussionen.
Die Meinung anderer aushalten können und sich damit auseinander setzen zu können.
Das heißt doch aber nicht, dass ich die Meinung anderer übenehmen muss. Aber ich kann sie stehen lassen.
Im Römerbrief erzählt Paulus, wie er in Ephesus in der Synagoge predigt. Nachdem die Anfechtungen, Verspottungen und üblen Nachreden gegen den christlichen Glauben nicht aufhören, geht er mit den Anhängern Jesu aus der Synagoge hinaus und gründet eine neue Gemeinde.
Christen zeigen das Licht (sie haben den Auftrag dazu), aber sie benutzen weder das Schwert (wie leider in Eroberungszeiten geschehen) noch andere Druckmittel. Denn allein aus Gnade werden wir gerettet.
Und es steht jedem frei, sich selber zu entscheiden, ob er in die Nachfolge tritt oder nicht.
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08.04.2010 07:54 |
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Günter
Administrator
      
Dabei seit: 14.11.2005
Beiträge: 19256
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Vielleicht können wir noch einmal auf das Eingangsposting von Quark zurückkommen. Ich meine, in diesem Thema steckt noch sehr viel drinn.
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Original von Quark
Günter schrieb im Thema "Ein Kreuz mit dem Kreuz":
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Original von Günter
So, eigentlich wollte ich jetzt arbeiten - und das werde ich auch gleich - aber nun muss ich doch erst einmal etwas loswerden:
Kumiko, was Du Dich hier fragst, das frage ich mich auch immer wieder:
Was ist eigentlich so schlimm daran, dass man, wenn jemand kommt und sagt "Ich vertrete die und die Meinung!" das einfach so zu Kenntnis nimmt?
Ein von mir konstruiertes Beispiel (aber dieser Schlüssel passt in viele Schlösser):
Wenn hier ein Muslim schreibt, dass für ihn Allah der einzige Gott ist und dass er nur an ihn glauben kann, warum kann man so etwas nicht einfach tolerieren und sagen, OK, das ist doch Deine Sache!
Warum kann aber dieser Muslim nicht auch ertragen, dass jemand anders schreibt, dass er das ganz anders sieht? Und konkrete Fragen stellt.
Einigen Diskutanten hier ist das Wort "Toleranz" (von tolerare = etwas erdulden, ertragen können) einfach nicht vermittelbar. Andere widerum erwarten, dass man ihrer Auffassung gegenüber tolerant ist, sie sind aber nicht bereit, anderen Auffassungen gegenüber ebenfalls tolerant zu sein.
Das ist so nicht in Ordnung und schließt jeglichen fruchtbaren Austausch aus.
In diesem Zusammenhang kann ich auch die pauschale - leider oft völlig unbegründete - Hetze gegen Evangelikale nicht mehr nachvollziehen! |
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Ich möchte dies gerne als Beginn einer Diskussion starten.
Wird hier das Thema Toleranz von den so_called 'radikalen Christen' hier im Forum gelebt? Mein Eindruck ist, dass gerne darauf verwiesen wird, wie tolerant man doch Andersgläubigen gegenüber ist, man aber doch die eigene Meinung als die einzig Richtige darstellt. |
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__________________ Liebe Grüße
Günter

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06.05.2010 09:55 |
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