Mit Erregern verunreinigte Milch, kontaminiertes Fleisch von Wiederkäuern, durch Gülledüngung verseuchtes Wasser oder Bakterien-belastete Pflanzen: Für EHEC-Infektionen kommen viele Übertragungswege in Betracht, doch was die genaue Ursache für die aktuell in hoher Zahl auftretenden Durchfallerkrankungen ist, steht noch nicht fest.
Die Welle von schweren Darminfektionen in Norddeutschland hat ein erstes Todesopfer gefordert. Eine 83-Jährige Frau im niedersächsischen Landkreis Diepholz sei verstorben, teilte das Gesundheitsministerium in Hannover mit. Die Frau sei seit dem 15. Mai wegen eines blutigen Durchfalls stationär behandelt worden und bereits am vergangenem Samstag der Krankheit erlegen.
Die Zahl der Ehec-Patienten steigt weiter rapide an: 350 Erkrankungen oder Verdachtsfälle wurden inzwischen gezählt, drei Menschen sind nach Infektionen gestorben. In Frankfurt richtet sich der Verdacht der Behörden auf das Essen zweier Firmenkantinen.
KREIS CUXHAVEN. Am vorigen Freitagvormittag erhielt die Gesundheitsaufsicht des Landkreises Cuxhaven die ersten Verdachtshinweise auf die schwere bakterielle Darminfektion EHEC. Ein Kind und eine Erwachsene aus einer Kurklinik im Raum Cuxhaven wurden gemeldet, ein weiterer Patient aus dem Landkreis wird in einem Bremerhavener Krankenhaus behandelt. Inzwischen hat sich die Zahl der Verdachtsfälle und der Erkrankten deutlich erhöht.
Regina Floride, Leiterin der Stabsstelle Infektionsschutz beim Landkreis, schätzt, dass etwa die Hälfte der gegenwärtig rund 60 in Bremerhavener Kliniken als Verdachtsfälle behandelten EHEC-Patienten aus dem Cuxhavener Umland kommt. Bereits gegen Freitagmittag wurden weitere zwei Kinder vom Stadtkrankenhaus Cuxhaven gemeldet, bei denen es aufgrund der EHEC-Infektion zu Funktionsstörungen der Nieren (HUS) gekommen war. Gerade für Kinder kann dies lebensbedrohlich sein. Die Kinder wurden nach Bremen verlegt.
Robert-Koch-Institut warnt
EHEC-Gefahr in Tomaten, Gurken, Salat .
Das Robert Koch-Institut warnt davor, rohe Tomaten, Salatgurken und Blattsalate aus Norddeutschland zu essen. Die EHEC-Erkrankten in einer Studie hätten diese Gemüse deutlich häufiger gegessen als gesunde Vergleichspersonen, teilte das Institut mit.
Wegen der Infektionswelle mit dem gefährlichen EHEC-Erreger hat das Robert Koch-Institut (RKI) davor gewarnt, rohe Tomaten, Salatgurken und Blattsalate zu essen, die in Norddeutschland gekauft wurden. Die Gesundheitsbehörden im Norden bemühten sich am Donnerstag um eine Klarstellung. In Schleswig-Holstein geerntetes Gemüse könne nicht die Quelle der EHEC-Infektionen sein, teilte das Kieler Landwirtschaftsministerium mit. Im Norden sei heimisches Freilandgemüse noch gar nicht auf dem Markt. Die Warnung des RKI beziehe sich auf in Norddeutschland gehandeltes Importgemüse, sagte ein Ministeriumssprecher. Außerdem werde Gemüse in der Wachstumsphase nicht mit Gülle gedüngt. Sie gilt als möglicher Überträger des Erregers.
Hamburgs Gesundheitsbehörde teilte mit, es gebe keine Beweise, dass sich die an EHEC erkrankten Menschen durch den Verzehr von Gemüse aus dem Norden angesteckt hätten.
Hamburger Gesundheitsbehörde: EHEC-Erreger auf spanischen Gurken
Gesundheitsexperten haben eine erste Infektionsquelle für den gefährlichen Durchfallerreger EHEC nachgewiesen. Am Hamburger Hygieneinstitut sei das Bakterium an vier Salatgurken gefunden worden, sagte Gesundheitssenatorin Prüfer-Storcks. Drei der Gurken stammten aus Spanien, von der vierten sei die Herkunft vorerst noch unklar.
Die Hamburger Gesundheitsbehörde hat die Herkunft von spanischen Gemüsegurken, die mit dem gefährlichen EHEC-Bakterium verunreinigt waren, offenbar geklärt. Sie stammen laut den Angaben von Unternehmen aus Südspanien. Unklar ist aber, wo die auf dem Hamburger Großmarkt entdeckten Gurken mit dem Erreger verunreinigt wurden. Ein Sprecher der spanischen Firma Frunet sagte der ARD, dass Salatgurken aus seinem Betrieb nachweislich unbelastet nach Hamburg geschickt worden und am 16. Mai in der Hansestadt eingetroffen seien. Er habe von seinem Kunden dann erfahren, dass eine Palette mit der losen und unverpackten Ware dort beim Entladen umgestürzt sei.
Doch wie wären dann die anderen Gurken verunreinigt worden?
Das Hamburger Hygiene-Institut hatte den EHEC-Darmkeim gestern jedoch nicht nur auf Proben von zwei Frunet-Gurken nachgewiesen, sondern auch auf der Gurke eines weiteren spanischen Unternehmens - nach Medienberichten handelt es sich um die Firma "Hort o Fruticula" - sowie auf einer vierten Gurke, deren Herkunft noch überprüft wird. Nicht bekannt ist, ob alle verunreinigten Gurken vom gleichen Händler auf dem Hamburger Großmarkt verkauft wurden. Die Hamburger Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) wies zudem ausdrücklich darauf hin, dass noch nicht feststehe, ob die Gurken tatsächlich die Infektionquelle für die aktuellen EHEC-Erkrankungen seien. Die Untersuchungen gingen weiter.
Ich glaube, dann gehe ich lieber zu "Angelas Imbiss" und esse Currywurst mit Pommes...
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- Der Dieb von Bagdad
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