Günter
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Dabei seit: 14.11.2005
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| Leiharbeit - Leihweiser Missbrauch |
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Ihr Lieben,
einen interessanten Artikel zum Thema "Leiharbeit" schrieb Thilo Schmidt in der Zeitschrift "VER.DI Publik", Ausgabe 08 - 09 / August - September 2009.
| Zitat: |
Leihweiser Missbrauch
Die Leiharbeit in Deutschland treibt bizarre Blüten – selbst Auszubildende werden jetzt schon als Leiharbeitnehmer/innen beschäftigt. Gewerkschafter und Betriebsräte fordern die Änderung des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes. Ein Report aus der Praxis
von Thilo Schmidt
Gerald Meyer* weiß, dass es ihn jederzeit treffen kann. Er ist Drucker bei der Braunschweiger Zeitung. Augenscheinlich. Denn auf dem Papier ist er Angestellter der „Druck- und Verlags- ServiceGmbH“, kurz DVS. Die eigens für die Arbeitnehmerüberlassung im Verlagswesen gegründete Firma schafft regionale Tochtergesellschaften dort, wo Zeitungen oder Verlage Arbeitskräfte auslagern wollen. Gerald Meyer ist also Leiharbeitnehmer und einer von sechs Druckern, die bei der DVS in Braunschweig angestellt sind. Deren einziger Kunde: die Braunschweiger Zeitung .
In der Praxis sieht das dann so aus: Der Lohnunterschied zu den regulär angestellten Kolleg/innen macht je nach Zuschlägen monatlich 1000 bis 1500 Euro brutto. Dazu weniger Urlaub und weniger Zuschläge. Und die Freischicht ab dem 40. Lebensjahr entfällt. Selbst im Arbeitsalltag macht sich die Zweiklassengesellschaft bemerkbar: „Wenn es bei Auftragsspitzen darum geht, wer früher gehen darf und wer noch zwei Stunden länger bleibt“, sagt Gerald Meyer, „dann ziehen wir Leiharbeiter den Kürzeren.“
Mit Leiharbeit verband man lange Zeit die Metallindustrie, vor allem die Automobilindustrie mit ihren schwankenden Auftragslagen. Mit Leiharbeit sollten ursprünglich Auftragsspitzen aufgefangen und Mutterschaftsurlaube kompensiert werden. Das ist lange her, heute werden per Leiharbeit diverse Berufsstände verramscht – möglich gemacht, zum Ärger vieler Gewerkschafter, ausgerechnet durch die rot-grüne Bundesregierung, die 2004 die maximale Beschäftigungsdauer von zwei Jahren in der Leiharbeit abschaffte. Ein Unternehmen, empört sich Volker Stehr, Betriebsrat bei der Braunschweiger Zeitung, „nutzt doch nur die Möglichkeiten, die man ihm bietet. Was mir stinkt, ist, dass die Regierung Schröder den Unternehmen diese Tür geöffnet hat.“ Stehr fordert, die Lockerungen des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes (AÜG) rückgängig zu machen. Mit dieser Forderung ist er unter Gewerkschaftern nicht allein.
* NAME GEÄNDERT
09.01.2010 http://www.thiloschmidt.de/vp_080909.pdf |
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__________________ Liebe Grüße
Günter

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09.01.2010 13:45 |
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Günter
Administrator
      
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11.01.2010 15:24 |
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Günter
Administrator
      
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11.01.2010 19:16 |
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toffil
Mitglied
   
Dabei seit: 10.08.2009
Beiträge: 2693
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| Zitat: |
Original von Günter
Stimmt, Ihr habt Recht: Zwar regierte 2004, als die die maximale Beschäftigungsdauer von zwei Jahren in der Leiharbeit abschafft wurde rot-grün, aber Schuld daran waren nicht die SPD und die Grünen, sondern die CDU, die FDP und die PDS!
Ich habe verstanden!  |
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Geh einfach davon aus, dass rot und gelb schon immer die Genossen der Bosse waren und Schröder derjenige war, der diesen Ball als erster aus der SPD so konsequent wie keiner vor ihm ebenfalls aufgenommen hat. Sie sind sich mittlerweile alle einig, nur die Linke schert aus, weil sie sich die daraus resultierende Unzufriedenheit des kleinen Mannes zunutze gemacht hat.
Jörges schreibt von der "Geburtsstunde der Linken", als Hartz IV eingeführt wurde.
__________________ Der Zweck der Diplomatie ist die Verlängerung von Krisen!
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11.01.2010 19:21 |
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Quark
Mitglied
   
Dabei seit: 24.08.2007
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| Zitat: |
Original von Günter
Stimmt, Ihr habt Recht: Zwar regierte 2004, als die die maximale Beschäftigungsdauer von zwei Jahren in der Leiharbeit abschafft wurde rot-grün, aber Schuld daran waren nicht die SPD und die Grünen, sondern die CDU, die FDP und die PDS!
Ich habe verstanden!  |
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Du prangerst aktuelle Zustände an und suchst die Beseitigung dieser Ursachen bei den vorangegangenen Regierungen. Unsere Politik ist scheinbar damit einverstanden, sonst hätte sie diese Missstände geändert. Und die Wähler haben dieser Regierung ihre Stimme gegeben.
| Zitat: |
Original von toffil
Jörges schreibt von der "Geburtsstunde der Linken", als Hartz IV eingeführt wurde. |
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Völliger Quatsch, DIE LINKE wurde niemals als Protestbewegung zu Hartz-IV gegründet.
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In der Politik geschieht nichts zufällig. Wenn es geschieht, dann kann man darauf wetten, dass es genauso geplant war. Franklin D. Roosevelt
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11.01.2010 19:43 |
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Günter
Administrator
      
Dabei seit: 14.11.2005
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| Zitat: |
Original von Quark
Du prangerst aktuelle Zustände an und suchst die Beseitigung dieser Ursachen bei den vorangegangenen Regierungen. Unsere Politik ist scheinbar damit einverstanden, sonst hätte sie diese Missstände geändert. Und die Wähler haben dieser Regierung ihre Stimme gegeben.
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Naja, dass man diese menschenunwürdige Ausbeutungspraxis in der CDU und in der FDP gut findet, überrascht micht weniger! Dass diese Regelung aber von einen sozialdemokratischen Bundeskanzler eingeführt wurde, der dazu noch vor einigen Jahrhunderten Juso-Chef war, dann finde ich das besonders schlimm!
Und auch, wenn die Firma Schlecker jetzt angeblich einlenkt, die Aufregung unserer Politiker hierzu aus Reihen von SPD, Grünen, CDU/CSU und FDP war absolute Heuchelei. Wenn diese Praxis die Damen und Herren in Berlin wirklich stört, dann müssen sie eben diese von der Regierung Schröder eingeführten Gesetze wieder entsprechend ändern!
__________________ Liebe Grüße
Günter

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11.01.2010 21:42 |
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RaBoe
Mitglied
   
Dabei seit: 06.09.2007
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| Zitat: |
Original von toffil
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Original von Günter
Stimmt, Ihr habt Recht: Zwar regierte 2004, als die die maximale Beschäftigungsdauer von zwei Jahren in der Leiharbeit abschafft wurde rot-grün, aber Schuld daran waren nicht die SPD und die Grünen, sondern die CDU, die FDP und die PDS!
Ich habe verstanden!  |
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Geh einfach davon aus, dass rot und gelb schon immer die Genossen der Bosse waren und Schröder derjenige war, der diesen Ball als erster aus der SPD so konsequent wie keiner vor ihm ebenfalls aufgenommen hat. Sie sind sich mittlerweile alle einig, nur die Linke schert aus, weil sie sich die daraus resultierende Unzufriedenheit des kleinen Mannes zunutze gemacht hat.
Jörges schreibt von der "Geburtsstunde der Linken", als Hartz IV eingeführt wurde. |
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Es ist schon toll, was rot grün in nur 6 Jahren alles gemacht haben, Kohl und Merkel brauche dafür 16 bis na sage mal 12 Jahre.

__________________ Geboren in Hadeln, in der Welt zu Hause.
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12.01.2010 13:20 |
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Grubendol
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Dabei seit: 06.05.2007
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Sicher geht das. Er war doch zu der Zeit JUSO-Vorsitzender, da hatte er ganz gewiss einen entscheidenden Einfluss auf die Machthaber im Kreml.
"Ey, sach' ma, Leonid, wie wäre es eigentlich mit einem Einmarsch der Roten Armee in Afghanistan?"
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- Der Dieb von Bagdad
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12.01.2010 13:23 |
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RaBoe
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12.01.2010 15:10 |
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Günter
Administrator
      
Dabei seit: 14.11.2005
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| Zitat: |
Original von toffil
Geh einfach davon aus, dass rot und gelb schon immer die Genossen der Bosse waren und Schröder derjenige war, der diesen Ball als erster aus der SPD so konsequent wie keiner vor ihm ebenfalls aufgenommen hat. Sie sind sich mittlerweile alle einig, nur die Linke schert aus, weil sie sich die daraus resultierende Unzufriedenheit des kleinen Mannes zunutze gemacht hat. |
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Richtig, für die Union und die FDP waren die Kapitalgesellschaften schon immer das größte Klientäl. Dass aber auch das Herz eines SPD-Kanzlers vorrangig für die Kapitalgesellschaften schlägt, das gibt es erst seit Gerhard Schröder!
Und weil sich diese SPD seit Schröder so verbogen hat, wurde sie auch von den Wählern abgestraft. Zumindest von denen, die Inhalte wählen. (Es soll ja auch Leute geben, die sagen: "Ich habe immer SPD gewählt und ich werde auch immer SPD wählen, ganz egal, was für eine Politik die machen!" )
| Zitat: |
| Jörges schreibt von der "Geburtsstunde der Linken", als Hartz IV eingeführt wurde. |
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Ich mag den Jörges eigentlich nicht so sehr, aber wo er Recht hat, hat er Recht!
__________________ Liebe Grüße
Günter

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12.01.2010 15:38 |
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RaBoe
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Original von Günter
Ihr Lieben,
lest und staunt: Bundesarbeitsministerin von der Leyen (CDU) will das die gesetzliche Regelung für Leiharbeit jetzt nachbessern und SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles gesteht Fehler der rot-grünen Koalition ein:
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Eine Vertreterin der Arbeitnehmer der Drogeriekette Schlecker in Dresden hat die Angriffe der Politik auf das Unternehmen begrüßt. „Es ist gut, dass Bundesarbeitsministerin von der Leyen jetzt einen Beschluss gegen Lohndumping durchsetzen will“, sagte Jeanette Palme, Vorsitzende des Betriebsrats in Dresden, dem Sender MDR Info.
...
Zuvor hatte Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen in der ARD-Sendung „Anne Will“ angekündigt, die Arbeitsverhältnisse bei Schlecker zu überprüfen.
...
SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles forderte angesichts der Dumping-Vorwürfe gegen Schlecker Mindestlöhne für den Verkauf. Es sei besonders im Einzelhandel mittlerweile „schlechte und üble Praxis“, sich über Leiharbeitsfirmen Mitarbeiter vermitteln zu lassen und dadurch die Löhne zu drücken, sagte sie.
Nahles räumte ein, dass ihre eigene Partei in Zusammenarbeit mit den Gewerkschaften mit der Agenda 2010 den Bereich der Zeitarbeit neu geordnet habe.
12.01.2010 http://www.welt.de/wirtschaft/article582...cker-Chefs.html |
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Gehe (nicht) von Guten im Menschen aus (als Chef)
Denkt immer an die Klammern
__________________ Geboren in Hadeln, in der Welt zu Hause.
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12.01.2010 19:55 |
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Günter
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12.01.2010 20:10 |
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RaBoe
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12.01.2010 20:25 |
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RaBoe
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| Zitat: |
Original von Günter
Naja, wir hatten in Deutschland mal die "Soziale Marktwirtschaft", sehr sinnvoll erdacht von Prof. Ludwig Erhard (CDU). Das war eine gesunde Mischung! Leider wurde die "Soziale Marktwirtschaft" aber unter Kanzler Kohl und besonders unter Kanzler Schröder faktisch abgeschafft. |
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Ja unsere soziale Marktwirtschaft war in meinen Augen das Beste, nun nicht ganz, ich glaube die Schweden sind auch nicht schlecht.
Aber im Gegensatz zu Dir sehe ich da mehr den Herrn Kohl mit seinen 16 Jahren an der Macht als Hauptabbauer, Schröder hat in den 6 Jahren nicht so viel leisten können.
Ist aber auch egal, wichtig ist jetzt, das Merkel, was sie aber nicht tun kann / wird, Fehler korrigiert und den Leute (mehr) Konsum ermöglicht, denn ein HARZ IV Empfänger ist kein Konsument, sondern wird nur am Leben erhalten.
__________________ Geboren in Hadeln, in der Welt zu Hause.
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13.01.2010 09:11 |
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