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--- Helmut Kohl wird 80 (http://www.niederelbe-forum.de/wbblite/threadid.php?threadid=4287)
Geschrieben von Günter am 31.03.2010 um 00:54:
Helmut Kohl wird 80
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Liebe Grüße
Günter

Geschrieben von toffil am 31.03.2010 um 17:34:
RE: Helmut Kohl wird 80
Dass sich Hannelore Kohl eher wegen der Bimbesgeschichte umgebracht hat als wegen der Krankheit, davon war ich damals auch schon überzeugt.
Dass die neue Frau eine solche Rolle spielen soll, war mir aber neu. Sehr ungewöhnlich.
Ich gucke mir die Jubiläumssendungen auch an und weiß nicht so recht, wie ich den Mann einordnen soll. Menschlich war er für mich immer ein Antipathieträger ersten Ranges. Aber offenbar hat er doch das Eine oder Andere bewirkt.
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Der Zweck der Diplomatie ist die Verlängerung von Krisen!
Geschrieben von RaBoe am 01.04.2010 um 00:00:
RE: Helmut Kohl wird 80
| Zitat: |
Original von toffil
und weiß nicht so recht, wie ich den Mann einordnen soll. Menschlich war er für mich immer ein Antipathieträger ersten Ranges. Aber offenbar hat er doch das Eine oder Andere bewirkt. |
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Er hat viel bewegt, ja das stimmt, aber er war 4-8 Jahre zu lang dran, da er in dieser Zeit mehr Unsinn, als richtige Entscheidungen getroffen hat.
Denke da an
Die Rente ist sicher oder allen wird es besser gehen.
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Geboren in Hadeln, in der Welt zu Hause.
Geschrieben von Günter am 01.04.2010 um 00:23:
RE: Helmut Kohl wird 80
| Zitat: |
Original von RaBoe
Denke da an
Die Rente ist sicher oder allen wird es besser gehen. |
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Wohl wahr, diese Lüge "allen wird es besser gehen" hätte wirklich nicht sein müssen.
Obwohl ich Kohl eines zugestehe: Er hat bezüglich der Wiedervereinigung zügig gehandelt! Und das war auch gut so, keiner konnte vorhersagen, ob und wie lange Gorbi noch im Amt bleibt.
Wenn ich mir vorstelle, dass Oskar Lafontaine und seine SPD damals regiert hätten - der damals noch einflussreiche Egon Bahr redete in jenen Tagen in jedem Interview, dass er gab, gegen die Wiedervereinigung - die hätten glatt riskiert, dass man die Chance zur Wiedervereinigung verpasst!
Wobei man manches durchaus anders hätte machen können. Ich fand damals die Lösung des "Anschlusses" nicht so gut.
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Liebe Grüße
Günter

Geschrieben von RaBoe am 01.04.2010 um 00:35:
RE: Helmut Kohl wird 80
| Zitat: |
Original von Günter
Wenn ich mir vorstelle, dass Oskar Lafontaine und seine SPD damals regiert hätten - der damals noch einflussreiche Egon Bahr redete in jenen Tagen in jedem Interview, dass er gab, gegen die Wiedervereinigung - die hätten glatt riskiert, dass man die Chance zur Wiedervereinigung verpasst!
Wobei man manches durchaus anders hätte machen können. Ich fand damals die Lösung des "Anschlusses" nicht so gut. |
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Nun ich habe mir den Roten Socken in den neuen Bundesländern gesprochen, es hätte auch eine andere Lösung geben können.
Keine Anmeldung in den alten Bundesländern für DDRler in den ersten drei Jahren, somit wäre eine Flucht ausgeschlossen, Pendeln ja usw.
Es gab da so einige Ideen die ich gut fand, aber es ist Jahre her und jetzt können wir klug reden.
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Geschrieben von Günter am 01.04.2010 um 00:42:
Aber, jeder der auch nur ein wenig in die Verhältnisse "drüben" hatte, wusste, dass das mit den "blühenden Landschaften" nicht klappen konnte.
Außer, Kohl meinte damit die Konzerne! Denn die haben sich damals in den neuen Ländern ja eine goldene Nase verdient - und mussten nicht einmal Soli zahlen! 
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Liebe Grüße
Günter

Geschrieben von RaBoe am 01.04.2010 um 00:58:
| Zitat: |
Original von Günter
wusste, dass das mit den "blühenden Landschaften" nicht klappen konnte.
Außer, Kohl meinte damit die Konzerne! Denn die haben sich damals in den neuen Ländern ja eine goldene Nase verdient - und mussten nicht einmal Soli zahlen!  |
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Nun sie drüben habe ihn gewählt weil sie ihm vertraut haben - ihn vertrauen wollten.
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Geschrieben von toffil am 01.04.2010 um 10:09:
RE: Helmut Kohl wird 80
| Zitat: |
Original von Günter
| Zitat: |
Original von RaBoe
Denke da an
Die Rente ist sicher oder allen wird es besser gehen. |
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Wohl wahr, diese Lüge "allen wird es besser gehen" hätte wirklich nicht sein müssen.
Obwohl ich Kohl eines zugestehe: Er hat bezüglich der Wiedervereinigung zügig gehandelt! Und das war auch gut so, keiner konnte vorhersagen, ob und wie lange Gorbi noch im Amt bleibt.
Wenn ich mir vorstelle, dass Oskar Lafontaine und seine SPD damals regiert hätten - der damals noch einflussreiche Egon Bahr redete in jenen Tagen in jedem Interview, dass er gab, gegen die Wiedervereinigung - die hätten glatt riskiert, dass man die Chance zur Wiedervereinigung verpasst!
Wobei man manches durchaus anders hätte machen können. Ich fand damals die Lösung des "Anschlusses" nicht so gut. |
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Man muß einfach festhalten, dass damals einfach nicht hundertprozentig abzusehen war, was die Einheit bedeuten würde und was sie kosten wird.
Und blühende Landschaften gibt es im Osten tatsächlich vielerorts. Deshalb waren das nicht nur Lügen und Wahlkampfaussagen.
Fakt ist aber, dass die Einheit eine gigantische Leistung war, um die uns die ganze Welt beneidet (rede mal mit Südkoreanern darüber!), und obendrein auch noch unsere Wirtschaft unglaublich gestärkt hat.
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Geschrieben von Grubendol am 02.04.2010 um 15:52:
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"So seid ihr Menschen: Wenn euer Bauch spricht, vergesst ihr den Verstand.
Wenn euer Verstand spricht, vergesst ihr euer Herz.
Und wenn euer Herz spricht, vergesst ihr alles."
- Der Dieb von Bagdad
-----
"Mir gefällt Ihr Benehmen nicht."
"Macht nichts. Ich verkauf's ja nicht."
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Der Erleuchtung ist es egal, wie du sie erlangst!
Geschrieben von Lui am 02.04.2010 um 23:03:
RE: Helmut Kohl wird 80
| Zitat: |
Original von toffil
.......... und obendrein auch noch unsere Wirtschaft unglaublich gestärkt hat. |
|
Wie das denn?
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Man kann alles zensieren und durch Regeln beschränken. Nur dann darf man sich nicht wundern, wenn irgendwann viele weg bleiben.
.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-
Ich baue grundsätzlich in allen Beiträgen absichtlich Rechtschreibfehler ein um den Leser und ganz speziell den "Klugscheissern" zusätzlichen Spaß zu bereiten und meine Beiträge interessanter zu machen.
Geschrieben von Niclas am 03.04.2010 um 09:51:
RE: Helmut Kohl wird 80
| Zitat: |
Original von max1995
| Zitat: |
Original von toffil
.......... und obendrein auch noch unsere Wirtschaft unglaublich gestärkt hat. |
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Wie das denn? |
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ach max...
Geschrieben von Grubendol am 03.04.2010 um 16:43:
RE: Helmut Kohl wird 80
| Zitat: |
Original von Niclas
| Zitat: |
Original von max1995
| Zitat: |
Original von toffil
.......... und obendrein auch noch unsere Wirtschaft unglaublich gestärkt hat. |
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Wie das denn? |
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ach max... |
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Was hatte Kohl denn damit zu tun?
Der war doch damit beschäftigt, sich von "Elf Aquitaine" bestechen zu lassen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Elf_Aquitaine
| Zitat: |
"Leuna-Affäre" war die von einem Teil der Medien und der rot-grünen Opposition verwendete Bezeichnung für angebliche Schmiergeldzahlungen an deutsche Politiker im Zuge der Privatisierung der Leunawerke und der aus dem VEB Minol hervorgegangenen MINOL Mineralölhandel AG 1990/91.
Obwohl erwiesenermaßen substantielle Beträge illegal während dieser Transaktionen geflossen waren, konnte eine Verwicklung deutscher Politiker nicht bewiesen werden.
http://de.wikipedia.org/wiki/Leuna-Aff%C3%A4re |
|
Natürlich nicht, da steht ein "Ehrenwort" davor.
Für mich gehört Kohl nach wie vor in Erzwingungshaft, bis er die Spendernamen rausrückt.
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Wenn euer Verstand spricht, vergesst ihr euer Herz.
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Geschrieben von RaBoe am 03.04.2010 um 23:38:
RE: Helmut Kohl wird 80
| Zitat: |
Original von Grubendol
| Zitat: |
Original von Niclas
| Zitat: |
Original von max1995
| Zitat: |
Original von toffil
.......... und obendrein auch noch unsere Wirtschaft unglaublich gestärkt hat. |
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Wie das denn? |
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ach max... |
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Was hatte Kohl denn damit zu tun?
Der war doch damit beschäftigt, sich von "Elf Aquitaine" bestechen zu lassen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Elf_Aquitaine
| Zitat: |
"Leuna-Affäre" war die von einem Teil der Medien und der rot-grünen Opposition verwendete Bezeichnung für angebliche Schmiergeldzahlungen an deutsche Politiker im Zuge der Privatisierung der Leunawerke und der aus dem VEB Minol hervorgegangenen MINOL Mineralölhandel AG 1990/91.
Obwohl erwiesenermaßen substantielle Beträge illegal während dieser Transaktionen geflossen waren, konnte eine Verwicklung deutscher Politiker nicht bewiesen werden.
http://de.wikipedia.org/wiki/Leuna-Aff%C3%A4re |
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Natürlich nicht, da steht ein "Ehrenwort" davor.
Für mich gehört Kohl nach wie vor in Erzwingungshaft, bis er die Spendernamen rausrückt. |
|
Ich denke mit Ihm wurde Bestechung und ähnliche Absprachen, Steuerhinterziehung nicht nur bei Parteien Hoffähig.
Ich laste ihn an, der er Kontrollorgane Gelder gekürzt hat, wichtige Männer seiner (und politischer) Willkür geopfert hat.
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Geboren in Hadeln, in der Welt zu Hause.
Geschrieben von Quark am 03.04.2010 um 23:46:
RE: Helmut Kohl wird 80
| Zitat: |
Original von Grubendol
Für mich gehört Kohl nach wie vor in Erzwingungshaft, bis er die Spendernamen rausrückt. |
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Ja, so ein Politiker ist in Deutschland nicht mehr bekannt. Der zu seinem Wort steht. Der nicht wankt, auch wenn der öffentliche und politische Druck noch zu stark wird. Das kann ja nicht mit rechten Dingen zugehen.
Jeder erwartet schließlich, dass er endlich sein Ehrenwort bricht, und die Namen herausrückt, damit die ganze Medienwelt darüber herfallen kann, wie bei den anderen Wortbrüchigen der Politik.
__________________
In der Politik geschieht nichts zufällig. Wenn es geschieht, dann kann man darauf wetten, dass es genauso geplant war.
Franklin D. Roosevelt
Geschrieben von Grubendol am 04.04.2010 um 05:51:
RE: Helmut Kohl wird 80
| Zitat: |
Original von Quark
| Zitat: |
Original von Grubendol
Für mich gehört Kohl nach wie vor in Erzwingungshaft, bis er die Spendernamen rausrückt. |
|
Ja, so ein Politiker ist in Deutschland nicht mehr bekannt. Der zu seinem Wort steht. Der nicht wankt, auch wenn der öffentliche und politische Druck noch zu stark wird. Das kann ja nicht mit rechten Dingen zugehen.
Jeder erwartet schließlich, dass er endlich sein Ehrenwort bricht, und die Namen herausrückt, damit die ganze Medienwelt darüber herfallen kann, wie bei den anderen Wortbrüchigen der Politik. |
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Er hat seinen Amtseid durch die Spendenaffäre mehrmals verletzt, was soll das Ehrenwort eines Eidbrüchigen wert sein?
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Wenn euer Verstand spricht, vergesst ihr euer Herz.
Und wenn euer Herz spricht, vergesst ihr alles."
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"Macht nichts. Ich verkauf's ja nicht."
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Der Erleuchtung ist es egal, wie du sie erlangst!
Geschrieben von Lui am 04.04.2010 um 07:57:
RE: Helmut Kohl wird 80
| Zitat: |
Original von Niclas
| Zitat: |
Original von max1995
| Zitat: |
Original von toffil
.......... und obendrein auch noch unsere Wirtschaft unglaublich gestärkt hat. |
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Wie das denn? |
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ach max... |
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Nicht,...ach max.
Fakten Nici.
Dieser Mann(Kohl) oder auch Birne (wegen seiner Kopfform)wie ihn Conny-Günter seinerzeit nannte wird in der deutschen Politik völlig überbewertet.
Er ist auch nicht der Kanzler der Wende (da hat er in Wirklichkeit herzlich wenig für getan)sondern er war nun mal grade zu der Zeit Kanzler als die Wende kam,nicht mehr und nicht weniger.
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Man kann alles zensieren und durch Regeln beschränken. Nur dann darf man sich nicht wundern, wenn irgendwann viele weg bleiben.
.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-
Ich baue grundsätzlich in allen Beiträgen absichtlich Rechtschreibfehler ein um den Leser und ganz speziell den "Klugscheissern" zusätzlichen Spaß zu bereiten und meine Beiträge interessanter zu machen.
Geschrieben von toffil am 05.04.2010 um 10:24:
RE: Helmut Kohl wird 80
| Zitat: |
Original von max1995
| Zitat: |
Original von Niclas
| Zitat: |
Original von max1995
| Zitat: |
Original von toffil
.......... und obendrein auch noch unsere Wirtschaft unglaublich gestärkt hat. |
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Wie das denn? |
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ach max... |
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Nicht,...ach max.
Fakten Nici.
Dieser Mann(Kohl) oder auch Birne (wegen seiner Kopfform)wie ihn Conny-Günter seinerzeit nannte wird in der deutschen Politik völlig überbewertet.
Er ist auch nicht der Kanzler der Wende (da hat er in Wirklichkeit herzlich wenig für getan)sondern er war nun mal grade zu der Zeit Kanzler als die Wende kam,nicht mehr und nicht weniger. |
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Ganz so einfach ist es denn doch nicht.
Natürlich hat Kohl nichts mit der Wende zu tun gehabt. Aber er hat die Gunst der Stunde genutzt und die Wiedervereinigung auf den Weg gebracht. Das bescheinigen ihm nicht nur Leute wie Gorbatschow oder Bush Alt, sondern auch seine Gegner.
Außerdem hat er Europa vorangebracht und den Euro, an beidem hat er maßgeblichen Anteil.
Und die Stärkung der Wirtschaft, die ich angesprochen habe, ohne sie auf Kohl zu beziehen, rührt einfach daher, dass erstens der Aufbau Ost zwar einen Haufen Geld gekostet hat, der aber überwiegend unserer Volkswirtschaft zugute gekommen ist, weil nämlich die zu erledigende Arbeit mehrheitlich von deutschen Unternehmen getan worden ist. Zweitens war Deutschland gezwungen, sich angesichts der Lasten der Einheit tierisch anzustrengen, um nicht daran bankrottzugehen. Das Ergebnis ist unter anderem, dass Deutschland seit vielen Jahren Exportweltmeister war und nach wie vor die mit Abstand größte Volkswirtschaft in Europa ist.
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Der Zweck der Diplomatie ist die Verlängerung von Krisen!
Geschrieben von Grubendol am 05.04.2010 um 14:29:
RE: Helmut Kohl wird 80
| Zitat: |
Original von toffil
Natürlich hat Kohl nichts mit der Wende zu tun gehabt. Aber er hat die Gunst der Stunde genutzt und die Wiedervereinigung auf den Weg gebracht. Das bescheinigen ihm nicht nur Leute wie Gorbatschow oder Bush Alt, sondern auch seine Gegner. |
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Reine Höflichkeit, so wie der Schröder-Spruch von dem "lupenreinen Demokraten".
| Zitat: |
Original von toffil
Außerdem hat er Europa vorangebracht und den Euro, an beidem hat er maßgeblichen Anteil. |
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Gut, das kann ihm niemand nehmen, da hat er sein ganzes Gewicht (was ja nicht unerheblich ist) in die Waagschale geworfen.
| Zitat: |
Original von toffil
Und die Stärkung der Wirtschaft, die ich angesprochen habe, ohne sie auf Kohl zu beziehen, rührt einfach daher, dass erstens der Aufbau Ost zwar einen Haufen Geld gekostet hat, der aber überwiegend unserer Volkswirtschaft zugute gekommen ist, weil nämlich die zu erledigende Arbeit mehrheitlich von deutschen Unternehmen getan worden ist. Zweitens war Deutschland gezwungen, sich angesichts der Lasten der Einheit tierisch anzustrengen, um nicht daran bankrottzugehen. Das Ergebnis ist unter anderem, dass Deutschland seit vielen Jahren Exportweltmeister war und nach wie vor die mit Abstand größte Volkswirtschaft in Europa ist. |
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Aber es hätte noch besser sein können, wenn man nicht den Fehler der "Rückgabe vor Entschädigung" gemacht hätte.
Es hätte besser der alte Rechtsgrundsatz "Rechtssicherheit geht vor Gerechtigkeit" in der Eigentumsfrage gelten sollen. Da es in der DDR kein privates Eigentum an Produktionsmitteln gab, hätten alle diese Dinge an den Staat fallen müssen, ebenso alle Wohnungen in vormals öffentlicher Hand.
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Wenn euer Verstand spricht, vergesst ihr euer Herz.
Und wenn euer Herz spricht, vergesst ihr alles."
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Der Erleuchtung ist es egal, wie du sie erlangst!
Geschrieben von Markus Kenn am 06.04.2010 um 12:24:
Helmut Kohl hat irgendwelchen Spendern sein Ehrenwort gegeben, doch hatte er vor dem Untersuchungsausschuss nicht das Recht zu schweigen, es sei denn, er würde sich selbst belasten. Das allerdings wirft ein düsteres Bild auf ihn: Entweder er betreibt Strafvereitelung oder er hat selbst was zu verbergen.
Nicht zu vergessen, dass Kohl mehrfach wortbrüchig geworden ist: Die blühenden Landschaften im Osten lassen auf sich warten, und dass die Wiedervereinigung ohne Steuererhöhungen zu erreichen sei, dem widersprach 1990 zu recht der ehemalige SPD-Politiker und damalige Kanzlerkadidat Oskar Lafontaine völig zu recht.
Vergessen wir auch nicht, dass die Wiedervereinigung in den neuen Bundesländern ganze Landstriche ökonomisch platt gemacht hat und im Westen ebenfalls zigtausende in die Arbeitslosigkeit getrieben hat: Die Zivilbeschäftigten bei den Stationierungsstreitkräften (US-Army, Franzosen, Briten, Kanadiern, Niederländern und Belgiern) zum Beispiel.
Durch die Wiedervereinigung wird Kohl als ein "grosser" Politiker in die Geschichte eingehen, weil man die Not und das Elend derer verschweigt und vergisst, die die Spesen zahlen mussten.
Geschrieben von Quark am 06.04.2010 um 16:47:
| Zitat: |
Original von Markus Kenn
Nicht zu vergessen, dass Kohl mehrfach wortbrüchig geworden ist: Die blühenden Landschaften im Osten lassen auf sich warten, und dass die Wiedervereinigung ohne Steuererhöhungen zu erreichen sei, dem widersprach 1990 zu recht der ehemalige SPD-Politiker und damalige Kanzlerkadidat Oskar Lafontaine völig zu recht. |
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Das hat aber die Bevölkerung insbesondere im Osten zu dem Zeitpunkt nicht hören wollen. Die Wähler wollten die blühenden Landschaften hören und haben die Politik gewählt, die ihnen das versprochen hat.
| Zitat: |
Original von Markus Kenn
Vergessen wir auch nicht, dass die Wiedervereinigung in den neuen Bundesländern ganze Landstriche ökonomisch platt gemacht hat und im Westen ebenfalls zigtausende in die Arbeitslosigkeit getrieben hat: Die Zivilbeschäftigten bei den Stationierungsstreitkräften (US-Army, Franzosen, Briten, Kanadiern, Niederländern und Belgiern) zum Beispiel. |
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Aber wäre ein waffenstarrendes von anderen Staaten 'besetztes' Deutschland heute besser dran? Es ist doch auch ein Erfolg, dass die 'Besetzung' Deutschlands nach dem 2. Weltkrieg ein Ende hat. Und ohne 'Feindbild' ist auch eine Bundeswehr nicht mehr in der Stärke erforderlich, in der sie vorher da war. Das ist aber doch ein Fortschritt hin zu dauerhaftem Frieden und keine Mangel.
| Zitat: |
Original von Markus Kenn
Durch die Wiedervereinigung wird Kohl als ein "grosser" Politiker in die Geschichte eingehen, weil man die Not und das Elend derer verschweigt und vergisst, die die Spesen zahlen mussten. |
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Helmut Kohl hatte eben den Vorteil, dass er Bundeskanzler war, als die Wiedervereinigung durch die Menschen in der DDR durchgesetzt wurde.
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In der Politik geschieht nichts zufällig. Wenn es geschieht, dann kann man darauf wetten, dass es genauso geplant war.
Franklin D. Roosevelt
Geschrieben von Markus Kenn am 07.04.2010 um 14:51:
Sicher hat Helmut Kohl Dinge gesagt, die das Volk hören wollte; gelogen war es trotzdem. An für sich hätte sich jeder an den eigenen fünf Fingern abzählen können, dass die DDR faktisch einen Staatsbankrott hngelegt hat und eine daraus resultierende Wirtschaftskrise die Folge sein würde, die man allerdings besser hätte abfedern können, z. B., in dem man die Ostmark nicht Eins zu Eins umgetauscht hätte, in der Rückgabe vor Entschädigung gestanden hätte und man gesunde Betriebe, die es in der DDR auch gegeben hat, nicht hätte platt gemacht.
In der Aussage, dass wir ein waffenstarrendes, von anderen 'besetztes' Deutschland gewesen sind, gebe ich Dir Recht. Rheinland-Pfalz - das Bundesland, in dem ich lebe - war ja der Flugzeug- und Raketenträger der NATO. Dass es unterm Strich weniger Militär gibt, ist für mich auch ein Erfolg, doch wir dürfen die Menschen nicht vergessen, die in die Arbeitslosigkeit abgerüstet worden: Viele von ihnen sind letztendlich auch in Hartz IV gerutscht. Das allerdings ist kein Erfolg. Wer keine Arbeit hat, kommt sich nutzlos vor, und bedauerlicherweise gibt es in unserer Gesellschaft Vorurteile, die in Arbeitslosen nur Faulenzer sehen, was den Arbeitslosen sehr weh tut, weil sie sich in ihrer absoluten Mehrheit um Arbeit bemühen. Dieser Gedankengang will aber nicht als Vorwurf gegen Dich verstanden sein, sondern spiegelt die Vorurteile einiger Zeitgenossen wider.
Es war tatsächlich Kohls "Glück", dass es in der DDR zu den besagten Protesten kam. Ich bezweifle, dass er damals wieder gewählt worden wäre, wenn es keine Wiedervereinigung gegeben hätte.
Was bleibt, ist, dass Kohl ein machthungriger Politiker war, der Deutschland grossen Schaden zugefügt hat.
Geschrieben von Quark am 07.04.2010 um 15:04:
| Zitat: |
Original von Markus Kenn
In der Aussage, dass wir ein waffenstarrendes, von anderen 'besetztes' Deutschland gewesen sind, gebe ich Dir Recht. Rheinland-Pfalz - das Bundesland, in dem ich lebe - war ja der Flugzeug- und Raketenträger der NATO. Dass es unterm Strich weniger Militär gibt, ist für mich auch ein Erfolg, doch wir dürfen die Menschen nicht vergessen, die in die Arbeitslosigkeit abgerüstet worden: Viele von ihnen sind letztendlich auch in Hartz IV gerutscht. Das allerdings ist kein Erfolg. |
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Ich brauche ja gar nicht so weit weg zu schauen: Die Amerikaner in Bremerhaven haben auch zu einem Zusammenbruch der Wirtschaft dort geführt, nachdem sie abgezogen wurden. Noch heute hat Bremerhaven die höchste Arbeitslosenquote (in Norddeutschland ?). Ob da jedoch noch ehemalige Zivilbeschäftigte der Amerikaner bei sind, möchte ich bezweifeln. Die wären jetzt rd. 20 Jahre arbeitslos ...
| Zitat: |
Original von Markus Kenn
Wer keine Arbeit hat, kommt sich nutzlos vor, und bedauerlicherweise gibt es in unserer Gesellschaft Vorurteile, die in Arbeitslosen nur Faulenzer sehen, was den Arbeitslosen sehr weh tut, weil sie sich in ihrer absoluten Mehrheit um Arbeit bemühen. Dieser Gedankengang will aber nicht als Vorwurf gegen Dich verstanden sein, sondern spiegelt die Vorurteile einiger Zeitgenossen wider. |
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Ich glaube, es gibt nicht den Arbeitslosen. Es gibt Arbeitslose, die sich wirklich bemühen, um wieder in feste Arbeit zu kommen und die durch das Hartz-IV System gegängelt werden, genauso wie es Arbeitslose gibt, die nie im Leben einen Gedanken daran verschwenden würden, in Arbeit zu kommen und sich zur Arbeit zu 'quälen'. Beide Parteien in einen Topf zu werfen, tut der Sache nicht gut. Aber so ist leider wirklich oft die Meinung in der Öffentlichkeit.
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Franklin D. Roosevelt
Geschrieben von Markus Kenn am 07.04.2010 um 15:37:
Für jemanden, der bei Bundeswehr oder für die Stationierungsstreitkräfte gearbeitet hat oder noch arbeitet, ist es oft sehr schwer, eine andere Stelel zu finden, weil Zivilfirmen das Vorurteil haben, dass bei Armeen nicht gearbeitet wird, die Beschäftigten dort also nicht wirklich arbeiten könnten. Deshalb sind viele ehemalige Zivilbeschäftigte aus dem Berufsleben heraus gefallen. Ebenso muss man mit einem weiteren Vorurteil kämpfen: Offenbar hat es sich noch nicht bis zu den Privatunternehmen herum gesprochen, dass z. B. der Austausch eines Starters bei einem VW Passat immer derselbe Arbeitsvorgang ist, gleichgültig, ob dieser ein Militär- oder ein Zivilfahrzeug ist. Ich war bei der US-Army Lagerist. Sicher hat die Lagerhaltung bei einer Armee andere Prioritäten als in einem Zivilbetrieb, doch Lagerumschlagshäufigkeit, Lagerordnung, Bestellzeiten und fachgerechte Lagerung der Ersatzteile bleiben immer gleich.
Derzeit arbeite ich einem Möbellager: Auch wenn ich bei der US-Army nichts mit Möbeln zu tun hatte - es waren Ersatzteile für Kommunikationselektronik sowie Reparaturauftragsbearbeitung -, kann ich hier sehr viel anwenden, was ich seinerzeit bei der US-Armee lernte. Zivilbetriebe müssen auch sehen, dass man viele Qualifikationen, die man sich beim Militär aneignet, auch zivil nutzen kann.
Sicher gibt es nicht 'den' Arbeitslosen: Keine Gruppe hat 'den Durchschnittstypen'. Schwarze Schafe gibt es überall. Doch ich musste mich auch oft mit Arbeitslosigkeit unfreiwillig herum schlagen. Und ich habe da gesehen, wie andere Arbeitslose sich in ihrer Mehrheit die Mühe gaben, Arbeit zu bekommen.
Was wir brauchen, ist eine vernünftige Bildungs-, Forschungs- und Wirtschaftspolitik. Monostrukturen sind abzuschaffen. Darunter leidet das Saarland und das Ruhrgebiet immer noch, auch wenn sich hier auch schon sehr viel geändert hat. Auch die Monostrukturen in Rheinland-Pfalz und Bremerhaven - beide setzten allzu sehr aufs Militär - haben sich bitter gerächt.
Geschrieben von RaBoe am 07.04.2010 um 17:05:
| Zitat: |
Original von Quark
Ich glaube, es gibt nicht den Arbeitslosen. Es gibt Arbeitslose, die sich wirklich bemühen, um wieder in feste Arbeit zu kommen und die durch das Hartz-IV System gegängelt werden, genauso wie es Arbeitslose gibt, die nie im Leben einen Gedanken daran verschwenden würden, in Arbeit zu kommen und sich zur Arbeit zu 'quälen'. Beide Parteien in einen Topf zu werfen, tut der Sache nicht gut. Aber so ist leider wirklich oft die Meinung in der Öffentlichkeit. |
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