Niederelbe-Forum (http://www.niederelbe-forum.de/wbblite/index.php)
- Allgemeine Themen (http://www.niederelbe-forum.de/wbblite/board.php?boardid=22)
-- Politik (http://www.niederelbe-forum.de/wbblite/board.php?boardid=11)
--- Wer trägt die Verantwortung für die Bankenkrise? (http://www.niederelbe-forum.de/wbblite/threadid.php?threadid=2421)
Wer trägt die Verantwortung für die Bankenkrise?
Ihr Lieben,
wer von Euch noch nicht weiß, wer für die Bankenkrise in Deutschland verantwortlich ist, sollte den folgenden Bericht von report München aufmerksam durchlesen und die Parteibrille einmal solange beiseite legen! Es ist wirklich haarsträubend, was report München recherchiert hat!
Vorweg folgende Information zur Person Jörg Asmussen (SPD) von Wikipedia:
Zitat:
Jörg Asmussen sitzt derzeit im Lenkungsausschuss des Bankenrettungsfonds SoFFin, im Verwaltungsrat der Finanzaufsichtsbehörde Bafin und im "Wirtschaftsfonds Deutschland", der ohne parlamentarische Kontrolle über Staatsbürgschaften für Unternehmen entscheidet. [2] Er ist außerdem eines von sechs Mitgliedern der Expertengruppe „Neue Finanzmarktarchitektur“.[5] Dieses Gremium soll Vorschläge für neue Finanzmarktregeln entwerfen, die unter anderem eine Erhöhung der Marktransparenz zum Ziel haben.
http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%B6rg_Asmussen
Nun der Bericht von report München. Bitte schreibt in diesem Thread nur, wenn ihr diesen Bericht komplett durchgelesen habt:
Zitat:
Krisenmanager im Kreuzfeuer
Neues zu Finanzstaatssekretär Asmussen
Jörg Asmussen legte eine Bilderbuchkarriere hin. Jetzt soll der junge Staatssekretär im Bundesfinanzministerium mithelfen, die Finanzkrise zu bewältigen. Doch ist er der richtige Mann? report MÜNCHEN mit neuen Hintergründen.
Von Sabina Wolf
Stand: 06.07.2009
Der vermeintliche Retter in der Not: Finanz-Staatssekretär Jörg Asmussen. Immer wenn es um Milliardenhilfen vom Steuerzahler geht, ist er dabei. Jörg Asmussen, er muss es wissen, denn er war der Wegbereiter für die abenteuerlichen Geschäfte allen Warnungen zum Trotz.
Jörg Asmussen: "Es ist relativ einfach ex post, wenn immer irgendwo ein Fachhochschulprofessor aus Lüneburg sagt, er hat schon im Jahr 2002 über Immobilienmärkte geschrieben, dass das irgendwie gefährlich sein könnte."
Wirklich? Schauen wir zurück, wie alles begann: Unter Finanzminister Hans Eichel wird Jörg Asmussen Leiter der Abteilung Finanzpolitik. Die Schröderregierung hat mit dem Finanzplatz Deutschland Großes vor: In einem Antrag vom 07.05.2003 formuliert sie ihr ehrgeiziges Ziel: Man wolle "...den Handel mit Forderungen und Risiken aus Kreditgeschäften entwickeln."
Im Winter 2004 landet ein dazu in Auftrag gegebenes Gutachten auf dem Schreibtisch von Jörg Asmussen, mit dem folgenschweren Titel: "Optimale staatliche Rahmenbedingungen für einen Kreditrisikomarkt - Verbriefungsmarkt". Eine Gebrauchsanweisung für die Gründung von so genannten Zweckgesellschaften in Steueroasen. Sie sollen den Banken ihre Kreditrisiken in dreistelliger Milliardenhöhe abnehmen. Asmussen holt sich Mitarbeiter aus der Finanzlobby ins Ministerium. Die Banken wollen den Abbau von rechtlichen Schranken, um mehr Geschäft machen zu können. Der Grund: Kreditgeschäft muss in der Bankbilanz mit Eigenkapital unterlegt sein. Für Neugeschäft muss das Eigenkapital wachsen. Sonst darf die Bank keine weiteren Kredite vergeben. Der neue Trick: Kredite als Paket schnüren, in der Fachsprache wird das Verbriefung genannt, und an Zweckgesellschaften auslagern. Jetzt heißen die Kredite Asset Backed Securities, kurz ABS und werden als Wertpapiere an andere Banken verkauft. Damit hat die Bank Platz für Neugeschäfte. Das Eigenkapital musste dazu nicht wachsen.
Prof. Wolfgang Gerke, Bayerisches Finanz Zentrum: "Hätten die deutschen Kreditinsitute diese Risiken, die wir heute sehen müssen, mit Eigenkapital unterlegt, also mit haftendem Kapital unterlegen müssen, dann wären sie nicht so riskant gewesen und müssten heute nicht so bluten."
Um das Verbriefungsgeschäft anzukurbeln gründen 13 deutsche Banken die Firma True Sale International. Sie soll das Geschäft in Deutschland salonfähig machen, auch eigene Verbriefungen durchführen. Siehe da: Gesellschafterbeirat ist Jörg Asmussen.
Prof. Wolfgang Gerke, Bayerisches Finanz Zentrum: "Wir hatten in Deutschland einen Anteil am Verbriefungsmarkt von nicht mal vier Prozent und hat dann TSI ins Leben gerufen."
Berlin vergangene Woche. Kritik an Asmussen wischt Merkel vom Tisch. Doch es regt sich Unmut in den Reihen der CDU.
Klaus-Peter Willsch, MdB, CDU-Finanzausschuss: "Da war der Casinobetrieb im Gange und alle wollten mitspielen. War ja nun eher ungewöhnlich, dass nun ausgerechnet in der rot-grünen Regierungszeit alles auf den Weg gebracht wurde. Das womit wir nun Probleme mit haben. Aber das war typisch. Da war Asmussen Kind seiner Zeit."
Jörg Asmussen propagiert die neuen Finanzgeschäfte, wo immer er kann. Während er für die deutsche IKB im Aufsichtsrat sitzt, macht auch die riskante Geschäfte der neuen Art. Der Münchner Rechtsanwalt Klaus Rotter brachte die IKB dafür vor Gericht.
Klaus Rotter, Rechtsanwalt: "Die IKB hatte ein Eigenkapital von 1,2 Milliarden Euro. Hat aber außerhalb der Bilanz Geschäfte geführt im Volumen von 18 Milliarden. Es ärgert uns, dass jemand, der diese Risiken zugelassen hat und der einen deutlichen Beitrag dazu geleistet hat, dass wir die Finanzmarktkrise beim deutschen Steuerzahler angekommen ist, dass der nun als Retter eingesetzt wird. Wir halten das für unverantwortlich. Hier wird der Bock zum Gärtner gemacht."
Asmussen sieht damals keine Risiken. Ganz anders die Bundesbank. Sie ist der Auffassung, dass ein Großkredit von 18 Milliarden an die IKB Zweckgesellschaft nicht rechtens ist, alarmiert sogar die Bankenaufsicht BAFIN. Durch einen Bericht des Rechnungshofs tritt erst jetzt zu Tage: Die BAFIN kommt zu einem anderen Ergebnis, entscheidet "der vorläufigen Bewertung der Bundesbank nicht zu folgen." Als Asmussen später für die Aufsicht über die BAFIN zuständig ist, kritisiert er die folgenschwere Fehleinschätzung der BAFIN nicht. Es spielt auch keine Rolle, dass die Analysten der IKB die Subprimekrise schon 2005 kommen sahen und warnen: "The clock is ticking, die Uhr läuft ..." . Ausgerechnet Asmussen winkt vergangenen Freitag im Bankenrettungsfonds sieben Milliarden Euro an Steuerzahlergarantien durch. Wie steht er selbst dazu, wollen wir wissen. Doch der Staatssekretär gibt report MÜNCHEN kein Interview. Seinen Minister hat er auf öffentlichen Terminen unlängst nicht mehr begleitet. Der hält Asmussen für den richtigen Retter, mit profunder Sachkenntnis, eingestimmt auf die neue Devise "Finanzmärkte regulieren". Zu seiner Verantwortung äußert sich Jörg Asmussen nur selten und ungern.
Jörg Asmussen: "Ich will damit nicht sagen, dass wir nicht alle und das trifft natürlich auch für mich zu, Leergeld gezahlt haben."
Das Leergeld zahlt der Steuerzahler. Sieht so politische Verantwortung aus?
http://www.br-online.de/das-erste/report-muenchen/report-krisenmanager-asmussen-ID1246612708714.xml
__________________
Liebe Grüße
Günter
Bankenthema Nr.???.
Könnte ja ein Banken-Forum werden hier.
__________________
Man kann alles zensieren und durch Regeln beschränken. Nur dann darf man sich nicht wundern, wenn irgendwann viele weg bleiben.
.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-
Ich baue grundsätzlich in allen Beiträgen absichtlich Rechtschreibfehler ein um den Leser und ganz speziell den "Klugscheissern" zusätzlichen Spaß zu bereiten und meine Beiträge interessanter zu machen.
Zitat:
Original von max1995
Bankenthema Nr.???.
Könnte ja ein Banken-Forum werden hier.
Immerhin ist das die schlimmste Wirtschaftskrise seit Bestehen der Bundesrepublik Deutschlands! Und wenn ich lese, wie sich dieser feine Herr Jörg Asmussen persönlich dafür eingesetzt hat, deutsche Banken zu ermutigen, durch "Verbriefung" sinnvolle gesetzliche Verpflichtungen zu umgehen, dann kommt mir das Abendessen hoch, wenn ich höre, welche Positionen dieser Mann immer noch inne hat!
Mich wundert, dass Dich das überhaupt nicht stört, wie Menschen wie dieser Herr Asmussen mit unserem Geld Monopoly spielen!
Wenn man wissen will, wer für die Bankenkrise in Deutschland verantwortlich ist, muss man sich schon etwas mit der materie befassen:
Die rot-grüne Bundesregierung hatte im Jahr 2003 den Rechtsrahmen für Verbriefungen "angepasst". Und im Jahr 2005 wurden Verbriefungen im Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und SPD sogar als förderungswürdig beurteilt. Die Strippen für all das zog Herr Asmussen!
__________________
Liebe Grüße
Günter
Zitat:
Schattenmann unter Beschuss
Jens Berger 29.06.2009
Staatssekretär Jörg Asmussen muss vor dem HRE-Untersuchungsausschuss unbequeme Fragen beantworten
Kein politischer Beamter hatte je so viel Macht. Jörg Asmussen ist Staatssekretär im Bundesfinanzministerium. Bei ihm laufen alle Fäden zusammen und seinem Urteil vertrauen sowohl der Finanzminister als auch die Kanzlerin. Bankenrettung, Finanzmarktregulierung, Opel-Rettung – es gab in der Geschichte der Bundesrepublik wohl noch nie einen einzigen Mann, der die Verantwortung für so große Summen hatte. Gelder, die dem Steuerzahler, also uns allen, gehören.
Wer denkt, dass der Schattenmann der Regierung ein gestandener Ökonom sei, dem man diese große Verantwortung getrost anvertrauen könne, der irrt. Kaum eine Person im obersten Führungsstab des Finanzministeriums ist derart umstritten wie Asmussen. Von Seiten der Opposition aus ist er schon länger im Fokus der Kritik, nun droht dem SPD-Mann auch Widerstand aus den Reihen des Koalitionspartners CDU. Mitte August muss Asmussen dem parlamentarischen Untersuchungsausschuss zur Pleitebank Hypo Real Estate Rede und Antwort stehen. Wie lange ist der Mann, der Zündholzlieferant und Feuerwehrmann in einer Person ist, noch zu halten?
Ein mittelmäßiger Ökonom und Kofferträger
Als der damalige Finanzminister Oskar Lafontaine seinen Staatssekretär Heiner Flassbeck einmal fragte, wer denn eigentlich der Kerl sei, der immer um ihn herumwusele, beschrieb Flassbeck seinen damaligen Referenten, eine Hinterlassenschaft aus der Ära Theo Waigel, als “mittelmäßigen Ökonomen” – aber zum Koffertragen sei er gerade recht. Lafontaine verließ das Ministerium kurze Zeit später, Flassbeck wurde zur UNCTAD weggelobt und der Kofferträger legte einen sagenhaften Aufstieg hin und bekleidet heute Flassbecks Position. Allerdings sind dem “mittelmäßigen Ökonomen” durch die Finanzkrise Kompetenzen an die Hand gegeben worden, von denen Flassbeck damals bestenfalls träumen konnte.
Jörg Asmussen ist nicht nur Staatssekretär. Er sitzt auch im Lenkungsausschuss sowohl des Bankenrettungsfonds SoFFin und im “Wirtschaftsfonds Deutschland”, der über Staatsbürgschaften für Unternehmen entscheidet. In diesen beiden Gremien wird nach eigenem Gutdünken ohne parlamentarische Kontrolle über Summen entschieden, die einem ganzen Jahresetat des Bundes entsprechen. Weiterhin sitzt Asmussen im Verwaltungsrat der Bankenaufsicht BaFin, er ist Mitglied der Börsensachverständigenkommission, die neue Regeln für die Finanzmärkte aufstellen soll und sitzt nebenbei auch im Aufsichtsrat der Deutschen Post und der Deutschen Telekom. Der SPIEGEL bezeichnet die Gruppe junger Staatssekretäre, zu der neben Asmussen auch Jens Weidmann aus dem Bundeskanzleramt, Walther Otremba vom Wirtschafts-, und Lutz Diwell vom Justizministerium gehören, als den “Kern der Regierung”. Jörg Asmussen ist ein sehr wichtiger Mann – auf dem Feld der Finanzmarktpolitik wahrscheinlich der wichtigste Mann des Landes.
Der große Deregulierer
Wir schreiben das Jahr 2003 – Lafontaine und sein Staatssekretär Flassbeck sind mit ihrem Vorhaben, die Finanzmärkte stärker zu regulieren, an der eigenen Partei gescheitert. Die politische Großwetterlage ist von Liberalisierung und Deregulierung bestimmt. Unter Finanzminister Hans Eichel stieg Jörg Asmussen mit gerade einmal 37 Jahren zum jüngsten politischen Beamten der Bundesregierung auf, als er im Finanzministerium das Amt für nationale und internationale Finanzmarktpolitik übernahm. Asmussen ist ein liberaler Ökonom der “Bonner Schule”. Zusammen mit seinem Kollegen Jens Weidmann aus dem Bundeskanzleramt studierte er in Bonn bei Axel Weber Volkswirtschaft. Später ernannte Finanzminister Hans Eichel Weber auf Empfehlung Asmussens zum Präsidenten der Deutschen Bundesbank. Asmussen, Eichel und Weber wollten Deutschland damals fit für die Wall Street machen. Dafür mussten Regulierungsschranken abgebaut und dem deutschen Finanzmarkt der Zugang zu strukturierten Produkten, wie verbrieften Kreditforderungen, Asset Backed Securities (ABS), freigemacht werden.
Hinter den Kulissen zog damals schon Jörg Asmussen die Fäden. Mit der True Sale International GmbH setzte er sich im Verbund mit den Banken für den Handel mit ABS-Papieren ein und schrieb munter Aufsätze, die heute wie die Anleitung zur Brandstiftung klingen. Rot-Grün setzte damals die nötigen Rahmenbedingungen durch, damit solche Geschäfte und auch die Auslagerung der Risiken an Zweckgesellschaften stark erleichtert werden konnten. Wenn man rückblickend analysiert, warum Deutschland von der Finanzkrise so hart getroffen wurde, wird man in dieser Zeit fündig.
Regeln, die es der SachsenLB verboten hätten, mit Finanzvehikeln abseits der Bilanzen zu zocken, wurden damals abgeschafft. Die Möglichkeit, mit strukturierten Derivaten, einer Anlageform, die von Investmentguru Warren Buffet als “finanzielle Massenvernichtungswaffe” beschrieben wird, zu handeln, wurde in diesen Jahren erst ermöglicht. Hätten Asmussen und Co. damals nicht derart rücksichtslos dereguliert, gäbe es die SachsenLB womöglich heute noch und BayernLB, HSH Nordbank, Commerzbank, HRE und IKB wären wahrscheinlich heute noch gesunde Banken. Wichtiger noch – die Schuldenlast der Steuerzahler wäre um Milliarden Euro geringer.
Vom Streichholzlieferanten zum Feuerwehrmann
Wäre das Kartenhaus der Finanzwelt nicht eingestürzt, würde Asmussen auch heute noch munter deregulieren. Stattdessen sitzt er nun als oberster Regulierer an den Schaltstellen der Macht. Der Koalitionsvertrag der gegenwärtigen Regierung trägt noch seine Handschrift. “Produktinnovationen und neue Vertriebswege müssen nachdrücklich unterstützt werden”, heißt es da. Man solle einen “Ausbau des Verbriefungsmarktes” anstreben und dabei nur eine Aufsicht “mit Augenmaß” ausüben, “überflüssige Regulierungen” seien abzubauen. Schuld an der Finanzkrise haben nicht nur die Akteure an den Finanzmärkten. Eine besondere Schuld tragen auch diejenigen, die von der Gesellschaft damit beauftragt wurden, diese vor den Turbulenzen auf den Märkten zu schützen. Wenn der Wolf die Schafe reißt, ist nicht nur der Wolf schuld, sondern auch der Schäfer, der nicht aufgepasst hat. Schäfer Asmussen hat nicht nur weggeschaut, er hat auch die Weidezäune eingerissen und dem Schäferhund einen Maulkorb verpasst.
Im Bett mit der Lobby
Papiere, die die Deutsche Börse betreffen, gehen nicht über Asmussens Schreibtisch. Das hat einen einfachen Grund – der Herr Staatssekretär ist “Opfer” einer Interessenverquickung der ganz besonderen Art. Seine langjährige Lebensgefährtin ist Henriette Peucker, ihres Zeichens Leiterin der Berliner Repräsentanz der Deutschen Börse – eine der Cheflobbyistinnen der Finanzwirtschaft. Asmussen hat diesen Umstand bereits früh seinem Arbeitgeber mitgeteilt, und um Konflikte zu vermeiden, werden im Finanzministerium Vorgänge, die Interessenkonflikte erzeugen könnten, Asmussen nicht zugeleitet.
Das klingt anständig, ist aber in realiter unanständig. Asmussen ist als Mitglied der Expertengruppe zur neuen Finanzmarktarchitektur damit beauftragt, Regeln für das Wertpapiergeschäft in Deutschland zu überarbeiten. Auch sitzt er im Verwaltungsrat der BaFin und ist Mitglied der Börsensachverständigenkommission. Wenn Asmussen wirklich allen Interessenkonflikten mit der Deutschen Börse aus dem Weg gehen will, bliebe ihm im Finanzministerium wohl nur noch der Posten des Pförtners übrig – als Staatssekretär hat er Interessenkonflikte von Amts wegen. Die Tätigkeiten seiner Lebensgefährtin in Berlin beschreibt die Deutsche Börse mit den launigen Worten, “hier beobachten die Mitarbeiter der Repräsentanz, wie sich die Rahmenbedingungen für den deutschen Kapitalmarkt entwickeln und pflegen den Dialog mit den wichtigsten kapitalmarktpolitischen Entscheidungsträgern”. Den Dialog mit dem allerwichtigsten kapitalmarktpolitischen Entscheidungsträger führt die oberste Lobbyistin offensichtlich mit ganz persönlichem Einsatz – da findet zusammen, was zusammengehört.
Asmussen und die IKB
In der Zeit, als Asmussen für die True Sale International GmbH als Handlungsreisender in Sachen Deregulierung des Handels mit Asset Backed Securities (ABS) durch die Republik tourte, saß er auch als Vertreter des Staats im Aufsichtsrat der IKB. Über was genau Asmussen dort überhaupt die Aufsicht führte, ist unbekannt. Es ist unerklärlich, wie einem “Experten” entgehen konnte, dass eine Bank, die satzungsgemäß den deutschen Mittelstand mit Krediten versorgen sollte, mit einem Drittel ihres Finanzvolumens über Offshore-Zweckgesellschaften mit hochriskanten ABS-Papieren gezockt hat. Vielleicht wollte Herr Asmussen auch nicht so genau hinschauen, schließlich waren nicht nur ABS-Papiere seine Leidenschaft. Die Möglichkeit, riskante Geschäfte abseits der Bilanzen über Zweckgesellschaften laufen zu lassen, geht auch auf seine Deregulierungspläne zurück. Und wer hätte Asmussen bei der IKB kontrollieren sollen? Die Antwort überrascht – Herr Asmussen selbst. Als Verwaltungsrat der Bankenaufsicht BaFin hatte er den Auftrag, im Namen des Steuerzahlers sich selbst bei der IKB zu überwachen. Wenn dies kein Interessenkonflikt ist, was ist dann überhaupt ein Interessenkonflikt? Man könnte über diese Finanzregulierungsposse lachen, hätte die Rettung der IKB den Steuerzahler nicht rund 8 Milliarden Euro gekostet. Kosten, die dem Staat hätten erspart werden können, wäre auf Asmussens Platz ein fähigerer Mann gesessen.
Milliardengrab Hypo Real Estate
Die Hypo Real Estate wurde vom Staat mit fast 90 Mrd. Euro Steuergeldern “gerettet” und befindet sich heute fast vollständig in Staatshand. Wo so gigantische Summen im Spiel sind, hat das Parlament auch ein Recht auf Transparenz. Längst ist nicht geklärt, ob es zur Rettungsaktion keine Alternativen gab, die den Steuerzahler wesentlich günstiger gekommen wären. Besonders entscheidend für die Beurteilung des Vorgangs ist, ab wann das Finanzministerium von der dramatischen Schieflage des Instituts wusste. Schenkt man den Mannen um Asmussen und Steinbrück Glauben, so wurden sie komplett überrascht, als die HRE von der Bugwelle des Zusammenbruchs von Lehman Brothers an den Rande des Kenterns gebracht wurde. Kritiker behaupten allerdings, die HRE sei bereits schon lange vor dem Lehman-Kollaps schwer angeschlagen und ein Zusammenbruch schon vorher unvermeidlich gewesen, was dem Finanzministerium bereits bekannt gewesen sei.
Um Unklarheiten und Ungereimtheiten im Zusammenhang mit der “Rettung” der HRE aufzuklären, wurde vom Bundestag ein Untersuchungsausschuss eingesetzt. Nach den ersten Anhörungen geriet dort vor allem ein Mann ins Visier: Jörg Asmussen, damals Abteilungsleiter Finanzmarktpolitik im Finanzministerium. Neue Dokumente und Zeugenaussagen im Untersuchungsausschuss zeigen, dass Asmussen viel früher, als bislang öffentlich bekannt war, von der dramatischen Schieflage des Münchner Bankhauses unterrichtet wurde. Am 15. Januar 2008 musste die HRE erstmals Abschreibungen auf dem US-Markt in Höhe von 390 Mio. Euro einräumen. Finanzminister Steinbrück und sein “Goldjunge” Asmussen wurden von der Bank mit dem Hinweis informiert, sie sei “in ihrem Bestand zur Zeit nicht gefährdet”. Diese Einschätzung änderte sich allerdings schnell. Am 22. Januar kam es zu einem Gespräch zwischen der BaFin und den Münchner Bankern. Einen Tag später schickte BaFin-Präsident Jochen Sanio einen Brief an den damaligen Staatssekretär Thomas Mirow, in dem er die Lage der HRE in düstersten Farben schilderte. Er schrieb von Risiken in einer “möglicherweise erschreckenden Größenordnung”. und im Anhang hieß es, die Glaubwürdigkeit der HRE sei “ohnehin vernichtet” und “größere Verluste aus dem Bereich der strukturierten Papiere dürften daher kaum durch externe Kapitalzuführung kompensiert werden können”. Wie wahr – im Herbst 2008 trat genau dieses Szenario ein.
Was wusste Asmussen?
Das Schreiben von Sanio landete auf dem Schreibtisch von Asmussen, soviel steht fest. Doch Herr Asmussen war angeblich zu diesem Zeitpunkt im Kurzurlaub und fand auch nach seiner Rückkehr offensichtlich keine Zeit, sich dieses Schreiben durchzulesen, wie das Finanzministerium wortkarg feststellt. Kann es sein, dass der wichtigste Mann im Ministerium, der in Personalunion auch im Verwaltungsrat der BaFin sitzt, sich mitten in der Krise die Expertisen der Bankenaufsicht überhaupt nicht anschaut? Das ist unwahrscheinlich, wahrscheinlicher ist es da schon, dass Asmussen von Anfang an nicht nur um die desolate Lage der HRE wusste, sondern schon immer eine sehr teure Auffanglösung durch den Steuerzahler präferierte, da dies für die Kapitalmärkte das bestmögliche Szenario war. Wäre dies Asmussens Motivation gewesen, so hätte er sich aber gegen den Steuerzahler und für die Finanzinstitute entschieden, was seine sofortige Entlassung rechtfertigen würde – da wundert es kaum, dass man im Finanzministerium abwiegelt, beschwichtigt und mauert.
Als die HRE Ende September 2008 vor dem Kollaps stand, entschied sich der Bund – vertreten durch Steinbrück und Asmussen – zu einer Rettungsaktion auf Kosten der Steuerzahler. Zu diesem Zeitpunkt gab es noch nicht einmal eine Prüfung der Werthaltigkeit der HRE durch die öffentliche Hand. Auf Basis von Fremdinformationen – und offensichtlich schlecht vorbereitet – schnürten Steinbrück und Asmussen dann in einer Nacht- und Nebelaktion zusammen mit den Banken ein Rettungspaket. Die erste Bürgschaft in Höhe von 26,5 Milliarden Euro wurde in den Morgenstunden des 29. Septembers 2008 unterzeichnet – exakt am fünften Geburtstag der HRE. Damit war die Verjährungsfrist für eine mögliche Haftung ihrer Alteigentümer nach dem Umwandlungsgesetz pünktlich abgelaufen. Dadurch hat der Bund Ansprüche an die Bayerische Hypo- und Vereinsbank, die mittlerweile von der italienischen Unicredito übernommen worden ist, ohne Not aufgegben. Das Risiko trägt einzig und allein der Steuerzahler.
Der Untersuchungsausschuss wird nun die Herren Steinbrück und Asmussen Mitte August vorladen und ihnen einige unbequeme Fragen stellen. Für das Schicksal des Herrn Asmussen wird die Frage von Bedeutung sein, ob man ihm nachweisen kann, dass er schon früh von der Schieflage der HRE gewusst hat. Um Klarheit zu erlangen, hat der Ausschuss nun seinen Kalender angefordert. FDP-Ausschussobmann Wissing kommentiert die Personalie Asmussen mit den Worten: “Die Tage des Staatssekretärs sind gezählt”. Man kann nur hoffen, dass der FDP-Politiker recht behält.
http://hw71.wordpress.com/2009/06/30/deutschland-asmussen-verstarkt-im-kreuzfeuer/#more-5123
__________________
Liebe Grüße
Günter
Mit meinem Geld spielt keiner ich hab nicht viel,warum also sollte ich mich ärgern oder mir das Essen hochkommen lassen.
Da gibt es andere Ungerechtigkeiten die bei mir solches auslösen könnten.
__________________
Man kann alles zensieren und durch Regeln beschränken. Nur dann darf man sich nicht wundern, wenn irgendwann viele weg bleiben.
.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-
Ich baue grundsätzlich in allen Beiträgen absichtlich Rechtschreibfehler ein um den Leser und ganz speziell den "Klugscheissern" zusätzlichen Spaß zu bereiten und meine Beiträge interessanter zu machen.
Zitat:
Original von max1995
Mit meinem Geld spielt keiner ich hab nicht viel,warum also sollte ich mich ärgern oder mir das Essen hochkommen lassen.
Da gibt es andere Ungerechtigkeiten die bei mir solches auslösen könnten.
Dass wir alle, auch Du, die durch Jörg Asmussens falschen Ratschläge an die Bankenwelt angeblich erforderlich gewordenen "Rettungspakete" über Steuererhöhungen mitzahlen musst, ist Dir schon klar, oder?
__________________
Liebe Grüße
Günter
Doch nun wirklich nicht nur dafür.
__________________
Man kann alles zensieren und durch Regeln beschränken. Nur dann darf man sich nicht wundern, wenn irgendwann viele weg bleiben.
.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-
Ich baue grundsätzlich in allen Beiträgen absichtlich Rechtschreibfehler ein um den Leser und ganz speziell den "Klugscheissern" zusätzlichen Spaß zu bereiten und meine Beiträge interessanter zu machen.
Zitat:
Original von max1995
Doch nun wirklich nicht nur dafür.
Mag sein, aber die Dimensionen der Rettungspakete sind gewaltig! Bei den Banken haftet der Bund "mal eben" für 500 Mrd. EURO! Wenn die alle in Anspruch genommen werden müssen, fehlen diese 500 Mrd. EURO im Bundeshaushalt und müssen aufgenommen und langfristig vom Steuerzahler berappt werden!
Dazu musst Du wissen, dass sich der gesamte Bundeshalt in den vergangenen Jahren pro Jahr etwa bei knapp 300 Milliarden EURO bewegte (Der Bundeshaushalt 2007 lag meiner Erinnerung nach bei ca. 267 Milliarden EURO)!
Wenn in einen Bundeshaushalt von knapp 300 Mrd. EURO dann mal eben 500 Mrd. EURO zusätzlich "eingebaut" werden müssen, dann ist das eine völlig andere Größenordnung als wenn die Bundeswehr mal eben 405 Puma-Schützenpanzer für zus. "nur" 3,1 Milliarden Euro bei der Kasseler PSM GmbH bestellt.
__________________
Liebe Grüße
Günter
Zitat:
Original von Günter
Immerhin ist das die schlimmste Wirtschaftskrise seit Bestehen der Bundesrepublik Deutschlands!
Woher weißt Du das? Oder bist Du auch den vielen Berichten auf den Leim gegangen?
Diese Wirtschaftskrise ist nach m. E. nur eine Inszenierung !
Zitat:
Original von Günter
Wenn die alle in Anspruch genommen werden müssen, fehlen diese 500 Mrd. EURO im Bundeshaushalt und müssen aufgenommen und langfristig vom Steuerzahler berappt werden!
Du glaubst doch nicht im Ernst, dass der Staat diese Schulden je zurückzahlen wird?
__________________
Zitat:
Original von Quark
Zitat:
Original von Günter
Immerhin ist das die schlimmste Wirtschaftskrise seit Bestehen der Bundesrepublik Deutschlands!
Woher weißt Du das? Oder bist Du auch den vielen Berichten auf den Leim gegangen?
Diese Wirtschaftskrise ist nach m. E. nur eine Inszenierung !
Inszenierung? Es ist Inszenierung, dass in Deutschland einige Großbanken aufgrund viel zu riskanter Kredite - noch dazu ohne das erforderliche Eigenkapital - total Pleite gingen und Verluste von vielen Milliarden einfuhren?
Das ist keine Inszenierung, das war purer Leichtsinn! Verführt worden zu diesem Leichtsinn sind sie durch die Politik:
Zitat:
Schauen wir zurück, wie alles begann: Unter Finanzminister Hans Eichel wird Jörg Asmussen Leiter der Abteilung Finanzpolitik. Die Schröderregierung hat mit dem Finanzplatz Deutschland Großes vor: In einem Antrag vom 07.05.2003 formuliert sie ihr ehrgeiziges Ziel: Man wolle "...den Handel mit Forderungen und Risiken aus Kreditgeschäften entwickeln."
Im Winter 2004 landet ein dazu in Auftrag gegebenes Gutachten auf dem Schreibtisch von Jörg Asmussen, mit dem folgenschweren Titel: "Optimale staatliche Rahmenbedingungen für einen Kreditrisikomarkt - Verbriefungsmarkt". Eine Gebrauchsanweisung für die Gründung von so genannten Zweckgesellschaften in Steueroasen. Sie sollen den Banken ihre Kreditrisiken in dreistelliger Milliardenhöhe abnehmen. Asmussen holt sich Mitarbeiter aus der Finanzlobby ins Ministerium. Die Banken wollen den Abbau von rechtlichen Schranken, um mehr Geschäft machen zu können. Der Grund: Kreditgeschäft muss in der Bankbilanz mit Eigenkapital unterlegt sein. Für Neugeschäft muss das Eigenkapital wachsen. Sonst darf die Bank keine weiteren Kredite vergeben. Der neue Trick: Kredite als Paket schnüren, in der Fachsprache wird das Verbriefung genannt, und an Zweckgesellschaften auslagern. Jetzt heißen die Kredite Asset Backed Securities, kurz ABS und werden als Wertpapiere an andere Banken verkauft. Damit hat die Bank Platz für Neugeschäfte. Das Eigenkapital musste dazu nicht wachsen.
...
Um das Verbriefungsgeschäft anzukurbeln gründen 13 deutsche Banken die Firma True Sale International. Sie soll das Geschäft in Deutschland salonfähig machen, auch eigene Verbriefungen durchführen. Siehe da: Gesellschafterbeirat ist Jörg Asmussen.
Jörg Asmussen propagiert die neuen Finanzgeschäfte, wo immer er kann. Während er für die deutsche IKB im Aufsichtsrat sitzt, macht auch die riskante Geschäfte der neuen Art. Der Münchner Rechtsanwalt Klaus Rotter brachte die IKB dafür vor Gericht.
Klaus Rotter, Rechtsanwalt: "Die IKB hatte ein Eigenkapital von 1,2 Milliarden Euro. Hat aber außerhalb der Bilanz Geschäfte geführt im Volumen von 18 Milliarden. Es ärgert uns, dass jemand, der diese Risiken zugelassen hat und der einen deutlichen Beitrag dazu geleistet hat, dass wir die Finanzmarktkrise beim deutschen Steuerzahler angekommen ist, dass der nun als Retter eingesetzt wird. Wir halten das für unverantwortlich. Hier wird der Bock zum Gärtner gemacht."
Asmussen sieht damals keine Risiken. Ganz anders die Bundesbank. Sie ist der Auffassung, dass ein Großkredit von 18 Milliarden an die IKB Zweckgesellschaft nicht rechtens ist, alarmiert sogar die Bankenaufsicht BAFIN. Durch einen Bericht des Rechnungshofs tritt erst jetzt zu Tage: Die BAFIN kommt zu einem anderen Ergebnis, entscheidet "der vorläufigen Bewertung der Bundesbank nicht zu folgen." Als Asmussen später für die Aufsicht über die BAFIN zuständig ist, kritisiert er die folgenschwere Fehleinschätzung der BAFIN nicht. Es spielt auch keine Rolle, dass die Analysten der IKB die Subprimekrise schon 2005 kommen sahen und warnen: "The clock is ticking, die Uhr läuft ..." . Ausgerechnet Asmussen winkt vergangenen Freitag im Bankenrettungsfonds sieben Milliarden Euro an Steuerzahlergarantien durch. Wie steht er selbst dazu, wollen wir wissen. Doch der Staatssekretär gibt report MÜNCHEN kein Interview. Seinen Minister hat er auf öffentlichen Terminen unlängst nicht mehr begleitet. Der hält Asmussen für den richtigen Retter, mit profunder Sachkenntnis, eingestimmt auf die neue Devise "Finanzmärkte regulieren". Zu seiner Verantwortung äußert sich Jörg Asmussen nur selten und ungern.
Jörg Asmussen: "Ich will damit nicht sagen, dass wir nicht alle und das trifft natürlich auch für mich zu, Leergeld gezahlt haben."
Das Leergeld zahlt der Steuerzahler. Sieht so politische Verantwortung aus?
http://www.br-online.de/das-erste/report-muenchen/report-krisenmanager-asmussen-ID1246612708714.xml
Zitat:
Original von Quark
Zitat:
Original von Günter
Wenn die alle in Anspruch genommen werden müssen, fehlen diese 500 Mrd. EURO im Bundeshaushalt und müssen aufgenommen und langfristig vom Steuerzahler berappt werden!
Du glaubst doch nicht im Ernst, dass der Staat diese Schulden je zurückzahlen wird?
Was nicht zurückgezahlt wird, erhöht den Schuldenberg - und damit die Zinsen!
Fakt ist, Lafontaine und sein Staatssekretär Flassbeck wollten die Finanzmärkte stärker regulieren und sind dabei an an der eigenen Partei gescheitert. Einer der Gründe, weshalb Lafontaine zurücktrat.
Die rot-grüne Koalition tat anschließend tatsächlich genau das Gegenteil von dem, was Lafontaine und sein Staatssekretär Flassbeck beabsichtigten:
Eichel und Asussen entwickelten die Vorausetzungen dafür, dass die Regulierungsschranken abgebaut und dem deutschen Finanzmarkt der Zugang zu strukturierten Produkten, wie verbrieften Kreditforderungen freigemacht werden.
Rot-Grün setzten damals die hierfür erforderlichen Rahmenbedingungen durch, damit derartige Geschäfte durch die Auslagerung der Risiken an Zweckgesellschaften sehr stark erleichtert werden konnten.
Regeln, die es den Banken verboten hätten, mit Finanzvehikeln abseits der Bilanzen zu zocken, wurden damals abgeschafft.
Das ist der Hauptgrund dafür, dass die Krise auch Deutschland so schwer getrofen hat!
Hätte die rot-grüne Regierung, federführend unter Asmussen, damals nicht derart verantwortungslos dereguliert, wären wir vor der Bankenkrise bewahrt worden!
__________________
Liebe Grüße
Günter
Na klasse, wieviel Semester Wirtschaft hast du denn studiert?
Hätte, hätte, hätte...alles Spekulation.
Bei einer einseitigen Kontrolle der Finanzmärkte nur durch Deutschland wären die Finanzmärkte eben ausgewandert, wie hätten 15 statt 5 Millionen Arbeitslose und die Krise hätte hier und nicht in den USA begonnen.
__________________
"So seid ihr Menschen: Wenn euer Bauch spricht, vergesst ihr den Verstand.
Wenn euer Verstand spricht, vergesst ihr euer Herz.
Und wenn euer Herz spricht, vergesst ihr alles."
- Der Dieb von Bagdad
-----
"Mir gefällt Ihr Benehmen nicht."
"Macht nichts. Ich verkauf's ja nicht."
-----
Der Erleuchtung ist es egal, wie du sie erlangst!
Zitat:
Original von Grubendol
Na klasse, wieviel Semester Wirtschaft hast du denn studiert?
Verat ich nicht!
Ist hier aber auch nicht Thema!
Zitat:
Hätte, hätte, hätte...alles Spekulation.
Nicht Spekulation, sondern logisch!
Zitat:
Bei einer einseitigen Kontrolle der Finanzmärkte nur durch Deutschland wären die Finanzmärkte eben ausgewandert, wie hätten 15 statt 5 Millionen Arbeitslose und die Krise hätte hier und nicht in den USA begonnen.
Glaube ich eher nicht. Vor allem ständen wir jetzt super da, ohne diese vielen milliardenschweren Schulden!
Im Übrigen geht es hier in erster Linie um unsere in Deutschland ansässigen deutschen Banken. Die wären ausgwandert, wenn man ihnen das "Verbriefen" nicht gestattet hätte? Dass ich nicht lache ...
Wir hätten 10 Mio. mehr Arbeitslose, wenn die Regierung Schröder den deutschen Banken nicht das "Verbriefen" gestattet hätte? Eine etwas abenteuerliche Sichtweise!
Vielleicht hätten sich die deutschen Banken dann mehr um ihr eigentliches Kerngeschäft gekümmert, dass sie seit der rot-grünen Koalition ja so sträflich vernachlässigen!
__________________
Liebe Grüße
Günter
Du begreifst das Finanzsystem als etwas nationales, das ist es aber nicht. Es sind die internationalen Verflechtungen, die Kontrolle so schwierig machen.
Deshalb streut der Herr Lafontaine den Leuten Sand in die Augen, wenn er so tut, als wäre das alles ganz einfach zu verhindern gewesen - wenn es das gewesen wäre, dann wäre Lafontaine Hauptverantwortlicher für die Krise, weil er damals den Schwanz eingezogen hat, anstatt gegen den "Schröderismus" in seiner alten Partei zu kämpfen. Da Lafontaine aber in den nächsten vier Jahren definitiv Opposition sein wird, kann man ihn eh vernachlässigen.
Die Frage muss doch viel eher lauten: was tut Merkel aktuell dafür, dass die Kontrolle im globalen Finanzsystem verbessert wird. Sind ihre Worte, dass es so nicht weitergehen kann, mehr als bloße Lippenbekenntnisse. Sie wird auch in den kommenden vier Jahren Regierungschefin sein, sie bestimmt die Richtlinien der Politik. Und so wie die Finanzkrise unter ihrer Ägide zustande gekommen ist, so hat sie auch die Verantwortung, die Verhältnisse, die dazu geführt haben, dahingehend zu reformieren, dass künftige krisenhafte Fehlentwicklungen eher und effektiver angegangen werden können.
Das "Fördern und Fordern", das man den Arbeitslosen entgegenhält, sollte die SPD in ihrem Wahlkampf auf die Großen, die "Global Player" in der Wirtschaft, übertragen, die sich gerade vom Staat aus der Patsche helfen lassen.
__________________
"So seid ihr Menschen: Wenn euer Bauch spricht, vergesst ihr den Verstand.
Wenn euer Verstand spricht, vergesst ihr euer Herz.
Und wenn euer Herz spricht, vergesst ihr alles."
- Der Dieb von Bagdad
-----
"Mir gefällt Ihr Benehmen nicht."
"Macht nichts. Ich verkauf's ja nicht."
-----
Der Erleuchtung ist es egal, wie du sie erlangst!
Nicht ablenken, Grubendol!
Wenn Du behauptest, wir hätten 10 Mio. mehr Arbeitslose, wenn die Regierung Schröder den deutschen Banken damals nicht dieses unselige "Verbriefen" gestattet hätte, dann übertreibst Du masslos!
__________________
Liebe Grüße
Günter
Es scheint sich aber wohl um eine Maßnahme gehandelt zu haben, die auch von der Union unterstützt wird, denn sonst wäre ja längst genügend Zeit gewesen, sie wieder abzuschaffen.
Ich sage nur, dass niemand weiß, was geschehen wäre, wenn...denn mich interessiert die faktische Lage der Wirtschaft, weil dies unser aller Wohlergehen betrifft.
Und da kann einfach niemand bestreiten, dass die Arbeitsmarktreform, die mit Lafontaine nicht zu machen gewesen wäre, den Abbau von Jobs wenigstens zeitweise verlangsamt hat.
Niemand kann mit der Politik der letzten Jahre zufrieden sein, und das gilt weltweit. In acht Jahren hat Präsident Bush den ausgeglichenen Haushalt der wichtigsten Wirtschaftsmacht der Welt, den er von Bill Clinton übernommen hatte, in ein Rekorddefizit verwandelt, das hierfür benötigte Geld wurde auf dem Finanzmarkt beschafft, auf dem Betrüger wie jener Herr Madoff, der wegen der Veruntreuung von 65 Milliarden Dollar unlängst zu 150 Jahren Haft verurteilt worden ist, ihr Unwesen treiben. Alle Regierungen müssen sich fragen lassen, warum sie einem solchen Treiben nahezu tatenlos zugeschaut haben.
Und da fehlen mir, was den aktuellen Wahlkampf bei uns angeht, die präzisen Aussagen der Kandidaten. Mit den Wolkenkuckucksheimen Lafontaines brauchen wir uns ja nicht zu beschäftigen, da er ja eh nicht drankommen wird, aber was die Union, die SPD, die Grünen und die FDP angeht, die alle als mögliche Regierungsparteien infrage kommen, angeht, so sehe ich dort insgesamt niemanden mit einem entsprechenden Überblick, niemanden mit einer entsprechenden "Vision", wie es gelingen könnte, die Finanzmärkte und ihre zum Teil schädlichen Geschäfte besser zu kontrollieren, ohne dass einem diese Märkte sofort die Pistole auf die Brust setzen und den Geldhahn zudrehen, wenn ihnen die Spielregeln nicht passen.
Selbst ein Präsident Obama steht in den USA vor diesem Problem und muss sich damit herumschlagen, dass all die gut gemeinten Finanzspritzen den gleichen Abgrund hinuntergehen wie die Gelder, die die Finanzkrise gefressen hat.
__________________
"So seid ihr Menschen: Wenn euer Bauch spricht, vergesst ihr den Verstand.
Wenn euer Verstand spricht, vergesst ihr euer Herz.
Und wenn euer Herz spricht, vergesst ihr alles."
- Der Dieb von Bagdad
-----
"Mir gefällt Ihr Benehmen nicht."
"Macht nichts. Ich verkauf's ja nicht."
-----
Der Erleuchtung ist es egal, wie du sie erlangst!
Zitat:
Original von Günter
Was nicht zurückgezahlt wird, erhöht den Schuldenberg - und damit die Zinsen!
Da wird die Regierung schon eine Lösung für im Schreibtisch haben.
Zitat:
Original von Günter
Hätte die rot-grüne Regierung, federführend unter Asmussen, damals nicht derart verantwortungslos dereguliert, wären wir vor der Bankenkrise bewahrt worden!
Du glaubst im Ernst, dass die von Dir geglaubte weltweite Finanzkrise an Deutschland vorbei gegangen wäre???
Ich habe es auch im anderen Thread geschrieben: Hinterher alles besser wissen, hilft in dieser Situation überhaupt nichts. Entscheidend sind doch die Entscheidungen, die jetzt für die Zukunft getroffen werden, und da sehe ich bei einer zukünftigen Regierung Schwarz/Gelb genau die gleichen Entwicklungen wie bisher.
__________________
Für alle, denen das Lesen und Umsetzen von Texten zu mühselig ist, hier ein kurzer Bericht, dauert nur 6:38 Min., zeigt aber die Hintergründe auf:
http://www.br-online.de/das-erste/report-muenchen/report-video-asmussen-ID1246919750805.xml
__________________
Liebe Grüße
Günter
Wie ich so mitbekomme hackt die Neo Liberale Clique auf Günter rum.
Da schreibt jemand die Wahrheit und die Neo Liberale Clique schreit gleich stimmt nicht, stimmt nicht.
Es Läuft wieder genauso weiter wie vor der Banken Krise, und die Neo Liberale Seeheimer SPD hat während der Krise nicht ein bisschen daraus gelernt, sie hächeln der CDU bzw. den Markt Radikalen noch immer hinterher.
Pfui sage ich nur dazu, aber sie werden für ihre Taten am 27.09.2009 dafür vom Wähler gnadenlos abgestraft.
Das ist für mich genugtund hoch drei, und wenn danach Schwarz - Gelb an die Macht kommt.
Dann hat die Neo Liberale Seeheimer SPD ihr Ziel erreicht.
Nämlich, wie zerstöre ich eine Volks Partei.
__________________
Wer gegen soziale Gerechtigkeit ist, ist für Harz IV
Zitat:
Original von Der Ostwestfale
Pfui sage ich nur dazu, aber sie werden für ihre Taten am 27.09.2009 dafür vom Wähler gnadenlos abgestraft.
Und was sagst Du zum Thema? Mal wieder nichts.
__________________
Schwere Vorwürfe gegen einen Staatssekretär Jörg Asmussen
War der drohende Zusammenbruch der Münchner Immobilienbank HRE tatsächlich absehbar und hätte er von Bankenaufsicht und Bundesfinanzministerium verhindert werden können? Für die Opposition liegt der Fall klar: Die Bundesregierung agierte über Monate hinweg absolut amateurhaft und missachtete oder übersah die Alarmsignale!
Die Grünen fordern den Rücktritt von Staatssekretär Jörg Asmussen!
Zitat:
Untersuchungsausschuss tagt
HRE-Aufklärer in Zeitnot
Es ist die mit Abstand größte staatliche Rettungsaktion im Bankenwesen: Über 100 Milliarden Euro hat die Regierung eingesetzt, um die strauchelnde Hypo Real Estate vor dem Kollaps zu bewahren. Inzwischen ist die Pleitebank nahezu vollständig verstaatlicht. Mit der Befragung von Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann geht heute die Aufarbeitung des Desasters vor dem Untersuchungsausschuss des Bundestages weiter. Die Opposition erhebt dabei vor allem schwere Vorwürfe gegen einen Staatssekretär.
Von Ulrich Bentele, tagesschau.de
...
War der GAU absehbar?
Doch war der drohende Zusammenbruch der Münchner Immobilienbank HRE tatsächlich absehbar und hätte er von Bankenaufsicht und Bundesfinanzministerium verhindert werden können? Für die Opposition liegt der Fall klar: Über Monate hinweg habe die Regierung Alarmsignale missachtet oder übersehen.
Die Bankenaufsicht war schon frühzeitig auf hochriskante Pfandbrief-Geschäfte der irischen HRE-Tochter Depfa aufmerksam geworden, hatte die HRE mehrfach überprüft und Zweifel an deren Seriosität erstmals im März des vergangenen Jahres an das Bankenreferat im Bundesfinanzministerium gemeldet.
Kritik an Staatssekretär
Wie Befragungen im Untersuchungsausschuss laut Oppositionspolitikern ergaben, war der zuständige und jetzt immer mehr in den Fokus der Kritik geratene Staatssekretär im Finanzministerium, Jörg Asmussen, zu diesem Zeitpunkt allerdings im Urlaub und wurde auch später nicht informiert.
Asmussen sei auch bis zum drohenden Konkurs der HRE Ende September 2008 nicht über die Lage der Bank im Bilde gewesen, kritisieren Oppositionspolitiker. So habe der Staatssekretär zunächst den Angaben der HRE vertraut, wonach zur Rettung etwa 35 Milliarden Euro genügten. Die Opposition wirft Asmussen vor, seine Sorgfaltspflicht verletzt zu haben.
Zum entscheidenden Krisentreffen sei er völlig unvorbereitet "hinein gestolpert" und zudem noch alleine erschienen, empört sich der FDP-Abgeordnete Wissing im Gespräch mit tagesschau.de: "Wenn es um Milliarden geht und man nicht professionell agiert, dann ist man dem Steuerzahler schlicht und einfach nicht mehr zumutbar." Auch Gerhard Schick, Obmann der Grünen im Ausschuss fordert den Rücktritt des Staatssekretärs und konstatiert bitter: "Die Folge ist ein Milliardenschaden für den Steuerzahler."
In den Verhandlungen fungierte Deutsche Bank-Chef Ackermann als informelles Sprachrohr der Bankenwirtschaft, die nach Meinung Wissings "wesentlich besser" vorbereitet in die Gespräche mit der Bundesregierung gegangen sei.
http://www.tagesschau.de/wirtschaft/hreausschuss100.html
Zitat:
27.07.2009 02:05
Mitteldeutsche Zeitung: Hypo Real Estate Untersuchungsausschuss zur Hypo Real Estate - Schwere Vorwürfe gegen Finanzstaatssekretär Asmussen
Halle (ots) - In der Affäre um die in Schieflage geratene Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE) gerät Finanz-Staatssekretär Jörg Asmussen (SPD) zunehmend unter Druck. Das berichtet die Mitteldeutsche Zeitung in Halle (Montag).
Der Obmann der Grünen im Parlamentarischen Untersuchungsausschuss des Bundestags zur Aufklärung der HRE-Krise, Gerhard Schick, sagte der Zeitung: "Asmussen sollte seinen Hut nehmen." Zur Begründung erklärte Schick, Asmussen trage wesentliche Verantwortung dafür, dass die Ende September 2008 mit staatlicher Beteiligung vorgenommene Rettung der HRE-Bank "für den Steuerzahler so extrem teuer geworden ist". Der enge Mitarbeiter von Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) habe "die vorherigen Alarmzeichen übersehen". Im Zuge der hektischen Rettungsbemühungen Ende September habe sich Asmussen dann viel zu spät eingeschaltet. Dadurch habe sich die Bundesregierung von den Banken über den Tisch ziehen lassen. Zudem wollen die Grünen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im Ausschuss vernehmen
http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2009-07/14520396-mitteldeutsche-zeitung-hypo-real-estate-untersuchungsausschuss-zur-hypo-real-estate-schwere-vorwuerfe-gegen-finanzstaatssekretaer-asmussen-007.htm
__________________
Liebe Grüße
Günter
Auch nur eine Einzelmeinung eines Besserwissers. Mir kommt es so vor, als seien diese Leute alle geschmiert und bekommen Geld dafür, dass sie auf einem Einzelnen rumhacken und dafür die Bankleute in Ruhe gelassen werden, die ihr Treiben ungestört fortsetzen können:
Zitat:
"(...) habe sich die Bundesregierung von den Banken über den Tisch ziehen lassen."
Na prima, dann annullieren wir die Verträge doch einfach, wo ist das Problem, wenn uns der Ackermann mal wieder geleimt hat.
__________________
"So seid ihr Menschen: Wenn euer Bauch spricht, vergesst ihr den Verstand.
Wenn euer Verstand spricht, vergesst ihr euer Herz.
Und wenn euer Herz spricht, vergesst ihr alles."
- Der Dieb von Bagdad
-----
"Mir gefällt Ihr Benehmen nicht."
"Macht nichts. Ich verkauf's ja nicht."
-----
Der Erleuchtung ist es egal, wie du sie erlangst!
Untersuchungsausschuss zur Rettung der Hypo Real Estate (HRE) in Zeitnot - es bleiben nur noch wenige Wochen Zeit zur Aufklärung:
Zitat:
Fehlende Akten, wortkarge Zeugen
Doch die Arbeit wird den Abgeordneten von den geladenen Zeugen nicht immer einfach gemacht: So beklagt der der Linkspartei-Abgeordnete Axel Troost, dem Ausschuss seien 300 angeforderte Akten der Finanzaufsicht noch immer nicht vorgelegt worden. Das Finanzministerium schaffe es nicht, wichtige Akten schnell genug an den nötigen Stellen zu schwärzen. "Das ist ein Skandal, wie hier mit uns umgesprungen wird", so Troost.
Auch die Befragungen geraten mitunter zum Geduldspiel. Immer wieder versuchten Zeugen einem pünktlichen Erscheinen vor dem Ausschuss zu entgehen oder gaben sich ziemlich wortkarg. "Gerade viele Behördenvertreter haben uns durch mangelnde Auskunftsbereitschaft unnötig viel Zeit weggenommen", krititisiert FDP-Mann Wissing.
http://www.tagesschau.de/wirtschaft/hreausschuss100.html
__________________
Liebe Grüße
Günter
Zitat:
Mirow: Krise bei HRE nicht absehbar
BERLIN (dpa-AFX) - Die existenzbedrohende Krise bei der Immobilienbank HRE ist nach Angaben des früheren Finanzstaatssekretärs Thomas Mirow Anfang 2008 im Ministerium nicht absehbar gewesen. Die Finanzaufsicht der BaFin habe keine entsprechenden Hinweise gegeben, sagte Mirow am Dienstag im Untersuchungsausschuss des Bundestages zu den Vorgängen um die Hypo Real Estate. Zwar sei bekannt gewesen, dass die irische HRE-Tochter Depfa es mit ihrem Geschäftsmodell wegen der damaligen Entwicklung auf den Finanzmärkten schwer haben werde. Jedoch hätten sich die Finanzkennzahlen im Laufe des Frühjahres sogar verbessert, sagte Mirow, der bis Juni 2008 Staatssekretär war.
http://www.finanzen.net/nachricht/Mirow_Krise_bei_HRE_nicht_absehbar_920874
"Die Finanzaufsicht der BaFin habe keine entsprechenden Hinweise gegeben, sagte Mirow am Dienstag im Untersuchungsausschuss des Bundestages zu den Vorgängen um die Hypo Real Estate".
Naja, dazu muss man folgendes wissen:
Zitat:
BaFin
Defizite bei den Kontrolleuren
Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht soll Banken und Versicherungen beaufsichtigen – hält sich selbst aber nicht immer an die Regeln.
Der Bundesrechnungshof hat große Defizite bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) aufgedeckt. In der Behörde seien im Juli des vergangenen Jahres – unmittelbar vor dem Höhepunkt der Finanzkrise – 45 Prozent der offenen Stellen schon seit mindestens sechs Monaten und bis zu drei Jahren nicht besetzt gewesen, heißt es in einem Prüfbericht an den BaFin-Verwaltungsrat, der FOCUS vorliegt. Dies seien überwiegend Stellen des gehobenen Dienstes gewesen. Trotz „erheblicher Arbeitsrückstände“ habe die BaFin außerdem auf die Weiterbeschäftigung von Aushilfskräften verzichtet. In vier Referaten seien teilweise „die Vorgänge seit mehreren Jahren unbearbeitet“.
Nach Feststellung der Rechnungsprüfer konnten einzelne Beamte ohne Kontrolle bereits festgesetzte Zwangsgelder in Höhe von bis zu 250 000 Euro je Einzelfall wieder erlassen. Solche internen Anordnungen seien „unter Missachtung des Vieraugenprinzips“ getroffen worden, bemängelte der Rechnungshof. Die BaFin, die Banken und Versicherungen beaufsichtigt, untersteht dem Bundesfinanzministerium.
Asmussen soll Terminkalender vorlegen
Der Bundestags-Untersuchungsausschuss zur Überprüfung von Schwachstellen bei der Bankenaufsicht forderte unterdessen den Terminkalender von Finanz-Staatssekretär Jörg Asmussen an. Es soll geklärt werden, ob der Spitzenbeamte tatsächlich in Urlaub war, als ihn die BaFin persönlich im März 2008 über schwerwiegende Mängel beim Finanzinstitut Hypo Real Estate (HRE) informieren wollte. Asmussen leitete zu dieser Zeit die zuständige Fachabteilung im Bundesfinanzministerium.
Die Oppositionsparteien FDP, Grüne und Linke werfen Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) vor, bei der HRE-Rettung Ende September 2008 nicht über die aktuellen Prüfberichte von BaFin und Bundesbank informiert gewesen zu sein. Der Grünen-Finanzexperte Gerhard Schick kritisiert im FOCUS: „Das Ministerium hätte angesichts der kritischen Lage der Bank viel früher reagieren müssen. Die Versuche der BaFin, Warnmeldungen ganz oben im Ministerium ankommen zu lassen, sind dort aber offensichtlich am Apparat gescheitert.“
http://www.focus.de/finanzen/boerse/finanzkrise/bafin-defizite-bei-den-kontrolleuren_aid_405801.html
__________________
Liebe Grüße
Günter
Ist ja schön, dass sich "FDP, Grüne und Linke" einig sind, dass sie nichts wissen.
__________________
"So seid ihr Menschen: Wenn euer Bauch spricht, vergesst ihr den Verstand.
Wenn euer Verstand spricht, vergesst ihr euer Herz.
Und wenn euer Herz spricht, vergesst ihr alles."
- Der Dieb von Bagdad
-----
"Mir gefällt Ihr Benehmen nicht."
"Macht nichts. Ich verkauf's ja nicht."
-----
Der Erleuchtung ist es egal, wie du sie erlangst!
Zitat:
HYPO-REAL-ESTATE-AUSSCHUSS
BaFin-Chef witterte früh Schieflage bei HRE
Von Severin Weiland und John Goetz
Eine Randnotiz des BaFin-Präsidenten Jochen Sanio rückt den Absturz der HRE in neues Licht: Der Verweis auf einem Prüfbericht wirft die Frage auf, ob die Spitze der Bankenaufsicht schon im März 2008 eine Kapitalzufuhr für die Hypo Real Estate für notwendig hielt.
Berlin - Die Randnotiz wurde mit dickem schwarzen Filzstift geschrieben: "Im Prüfungsbericht reicht es nicht, auf Bewertungsmängel hinzuweisen, sondern die Bundesbank muss die möglichen Bewertungsverluste - in etwa - auf der Basis solider Maßstäbe quantifizieren", ist zu lesen.
Die Aufforderung stammt von Jochen Sanio, dem Präsidenten der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Die Adressaten: Ein Prüfteam der Bundesbank, das im Auftrag der BaFin im Frühjahr 2008 vier Institute der Hypo Real Estate (HRE) unter die Lupe nahm, darunter auch die irische Tochter Depfa. Die Bemerkung des BaFin-Chefs findet sich auf einem E-Mail-Vorlauf zu einem Zwischenbericht des Teams. Beides liegt SPIEGEL ONLINE vor.
Unterzeichnet hatte Sanio die Randnotiz bereits am 17. März 2008. Am selben Tag war der 15 Seiten umfassende Zwischenbericht der Bundesbanker bei der BaFin eingegangen. Sanio sah seine Kommentierung offenbar als dringlich an.
Mittlerweile ist die HRE fast vollständig in Staatshand, das Institut konnte nur dank massiver staatlicher Finanzhilfe im vergangenen Jahr vor dem Untergang gerettet werden.
Sanios Auftrag an die Prüfer wirft indes die Frage auf: Wie ernst wurde die Lage bei der BaFin ganz oben tatsächlich eingeschätzt? Im HRE-Untersuchungsausschuss des Bundestags wurde Donnerstag auch eine Abteilungsleiterin der BaFin mit der Frage konfrontiert, ob zum damaligen Zeitpunkt ein Kapitalbedarf bei der irischen Tochter Depfa gesehen wurde. "Nein", so die Antwort der Zeugin Frauke Menke. Hätte man das getan, wäre ein Vertrauensverlust gegenüber der Depfa entstanden.
Steht Menkes Aussage im Widerspruch zur Sanio-Notiz? Das dürfte der BaFin-Präsident wohl erst im Untersuchungsausschuss selbst klären. Dort soll er im Juli als Zeuge erscheinen. Auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE sagte die Pressestelle der BaFin, zu Fragen nach Dokumenten werde sich Sanio im HRE-Ausschuss äußern.
Aus der Unterlage geht dennoch hervor, dass Sanio es im März 2008 für angebracht hielt, die Bewertungsverluste durch die Bundesbanker beziffern zu lassen. "Nur so ist eine Aussage über das ökonomische Kapital möglich und damit zur Risikotragfähigkeit und der Frage, ob eine Kapitalzufuhr, und wenn ja, in welcher Höhe erforderlich ist", schreibt er. "Das sollte dem Prüfungsteam schleunigst klargemacht werden", heißt es abschließend in seiner Randnotiz.
Sanio sah also offenbar bereits damals das Problem der Depfa - denn unter "ökonomischen Kapital" wird gemeinhin eine Messgröße zur Ermittlung des Eigenkapitals verstanden, um starke Risiken aus dem eigenen Portfolio abzudecken.
Die irische Depfa, die erst im Oktober 2007 von der HRE für rund fünf Milliarden Euro erworben worden war, handelte mit Staatsanleihen. Langfristige Staatsschulden refinanzierte sie mit kurzen Krediten - ein Ansatz, der dem Unternehmen schließlich zum Verhängnis werden sollte. Der Abschlussbericht der Bundesbank-Prüfer vom 24. Juni 2008 hatte allein 49 Verstöße gegen "das ordnungsgemäße Betreiben der Geschäfte und die Funktionsfähigkeit des Risikomanagements" aufgelistet, wie SPIEGEL und SPIEGEL ONLINE berichteten.
Im Ausschuss wurde am Donnerstag - wie zuletzt auch von Zeugen der Bundesbank -der Beinahe-Zusammenbruch der HRE-Bank und ihrer irischen Tochter vor allem mit der Pleite der US-Bank Lehman Brothers begründet. Sie hatte am 15. September 2008 Insolvenz angemeldet und dadurch die Bankenkrise verschärft. Es habe keinen Banker, keinen Politiker und keinen Wissenschaftler gegeben, der sich ein solches Ereignis vorstellen konnte, so BaFin-Mitarbeiter Stefan Schrader im Ausschuss.
Im Frühjahr 2008 wurden im Auftrag der BaFin auch drei deutsche Einheiten der HRE durch die Bundesbank geprüft. Diese hätten sich als "unproblematisch" erwiesen, so Schrader. Bei der irischen Depfa habe es allerdings Schwierigkeiten gegeben. Doch wurde die Lage dort von der BaFin nach seinen Angaben nicht als existenzgefährdend eingeschätzt.
Bis zum Lehman-Zusammenbruch Mitte September habe sich die irische Depfa in einem Maße refinanzieren können, "dass keine Zahlungsunfähigkeit drohte", so Schrader. Wegen der Lage bei der HRE und ihrer Tochter in Dublin hatte die BaFin allerdings ab Februar wöchentliche und ab März tägliche Berichte über die Liquidität von der Bank verlangt. Das bestätigte auch BaFin-Mitarbeiterin Menke im Ausschuss.
Bereits zum Jahreswechsel 2007/2008 habe es "zunehmend latente Risiken" bei der Refinanzierung der irischen Depfa gegeben, so Schrader, was schließlich zum Einsatz der Bundesbank-Prüfer führte. Bis zum 15. September vergangenen Jahres habe die BaFin die Situation als "beherrschbar" angesehen. Bis zu diesem Zeitpunkt habe der tägliche kurzfristige Refinanzierungsbedarf im Durchschnitt bei vier Milliarden Euro gelegen, so Schrader. Über Monate sei es gelungen, "problemlos kurzfristige Liquidität zu besorgen".
Welche Rolle spielte das Finanzministerium
Keine neuen Erkenntnisse brachte die Sitzung des Ausschusses am Donnerstag zur Rolle des Bundesfinanzministeriums. Vom FDP-Obmann Volker Wissing wurde vorgebracht, dass von Januar bis September 2008 insgesamt 13 schriftliche Kontakte der BaFin mit dem Ministerium bestanden. Darunter war auch ein Bericht über die Lage der deutschen Pfandbriefe an den damaligen zuständigen Abteilungsleiter und heutigen Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, Jörg Asmussen. Weil Asmussen in Urlaub war, wurde der Bericht an das Fachreferat weitergeleitet. Auch Minister Peer Steinbrück wurde nicht informiert.
Der Bericht über die deutschen Pfandbriefbanken sei am 20. März 2008 als E-Mail und fünf Tage später nochmals per Post hinausgegangen, so der BaFin-Zeuge Schrader. Darin sei es auch um die HRE gegangen. Doch fügte er hinzu, die BaFin habe nicht voraussehen können, dass es dort "über kurz oder lang zum Knall kommt". Solch ein Hinweis finde sich seiner Ansicht nach "auch nicht in den Berichten an das Bundesfinanzministerium".
Auch ein Quartalsbericht der BaFin über die Lage bei der HRE vom 15. August 2008 könne ebenfalls nicht so gelesen werden. Man könne ihn nur so interpretieren, dass die zunehmende kurzfristige Refinanzierung der irischen Depfa von der BaFin "mit Sorge" betrachtet wurde.
In einer früheren Fassung hieß es, es habe 31 Kontakte von der Bafin mit dem Finanzministerium gegeben. Der FDP-Obmann Wissing weist daraufhin, dass es 13 waren - die Redaktion.
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,628400,00.html
__________________
Liebe Grüße
Günter
NunSchröder hat die Schuld wie man schon 2007 wußte.
http://www.bankingportal24.de/finanzredaktion/140/deutschland-an-bankenkrise-vorbeigeschliddert/
__________________
Man kann alles zensieren und durch Regeln beschränken. Nur dann darf man sich nicht wundern, wenn irgendwann viele weg bleiben.
.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-
Ich baue grundsätzlich in allen Beiträgen absichtlich Rechtschreibfehler ein um den Leser und ganz speziell den "Klugscheissern" zusätzlichen Spaß zu bereiten und meine Beiträge interessanter zu machen.
Zitat:
Original von max1995
NunSchröder hat die Schuld wie man schon 2007 wußte.
http://www.bankingportal24.de/finanzredaktion/140/deutschland-an-bankenkrise-vorbeigeschliddert/
Zitat:
Im November 1999 glänzte der heutige Altbundeskanzler Gerhard Schröder in der so genannten Holzmann-Pleite. Der Bauriese war mit 6,5 Milliarden DM in die Zahlungsunfähigkeit gerutscht, nachdem wie ein Sturm aus heiterem Himmel vorher nie gekannte Altlasten in Höhe von 2,4 Milliarden DM aufgetaucht waren. Vorstand, Aufsichtsrat, Banken, Großaktionäre und Wirtschaftsprüfer bekamen sich in die Wolle und schoben sich gegenseitig die Schuld zu, bis der Kanzler auf den Tisch klopfte. Er drohte den Banken mit Konsequenzen, sollten sie keine Mittel bereitstellen.
"Ein neues Kapitel in den Beziehungen zwischen den Banken und der Bundesregierung" werde aufgeschlagen, soll Schröder gesagt haben. Die Geldinstitute gaben nach, rangen aber dem Regierungschef die Zusage ab, eine Bürgschaft und einen Kredit in der Gesamthöhe von 250 Millionen Mark zu stellen. Damit bewies das Deutsche Volk Solidarität, denn der Steuerzahler löffelte am Ende die Suppe aus, weil wieder einmal ein paar Nieten in Nadelstreifen ihr Nichtskönnen für viel Geld bewiesen.
http://www.bankingportal24.de/finanzredaktion/140/deutschland-an-bankenkrise-vorbeigeschliddert/
Nach meiner Erinnerung entspricht diese Darstellung nicht der Wahrheit. Wenn ich mich richtig entsinne, hat der Bund zwar gebürgt, aber obwohl Holzmann nicht mehr zu retten war, ist tatsächlich keine einzige Mark des Steuerzahlers wirklich geflossen.
Anders jetzt bei der Bankenkrise, wo nicht nur gebürgt wird, sondern tatsächlich auch Steuergelder in Millirdenhöhe an total verschuldete Banken fließen. Und alles dass, ohne dass der Steuerzahler das durch unsere Volksvertreter in irgendeiner Weise kontrollieren kann! Das alles geschieht wirklich ohne jede Tranparenz!
__________________
Liebe Grüße
Günter
Hat Schröder doch nicht die Schuld,oder was?
__________________
Man kann alles zensieren und durch Regeln beschränken. Nur dann darf man sich nicht wundern, wenn irgendwann viele weg bleiben.
.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-
Ich baue grundsätzlich in allen Beiträgen absichtlich Rechtschreibfehler ein um den Leser und ganz speziell den "Klugscheissern" zusätzlichen Spaß zu bereiten und meine Beiträge interessanter zu machen.
Deutsche Bank-Chef Ackermann kritisiert schwarz-rote Regierung bei HRE-Rettung
Zitat:
Ackermann kritisiert Taktik des Bundes bei HRE-Rettung
"Man hat es sehr weit getrieben"
Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann hat der Bundesregierung vorgeworfen, zu langsam auf die Krise der Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE) reagiert zu haben. Das Finanzministerium habe sich in Person von Staatssekretär Jörg Asmussen im September 2008 erst sehr spät in die Gespräche zur Rettung des Instituts eingeschaltet, sagte Ackermann vor dem HRE-Untersuchungsausschuss des Bundestages. Erst persönliche Telefonate mit Bundesfinanzminister Peer Steinbrück und Bundeskanzlerin Angela Merkel hätten eine Wende gebracht.
"Es war eine Minute vor Zwölf"
Am letzten Wochenende im September 2008 hatten Vertreter von Privatbanken, Bundesbank und Finanzaufsicht zunächst ohne die Regierung über Liquiditätshilfen für die strauchelnde HRE verhandelt. Ackermann zeichnete jetzt vor den Parlamentariern einen weitaus dramatischeren Verlauf der damaligen Beratungen als bisher bekannt. Die Rettung der HRE wäre um Haaresbreite gescheitert, sagte Ackermann. Es sei "eine Minute vor Zwölf" gewesen.
Zudem äußerte Ackermann scharfe Kritik am Liquiditätsmanagement der Hypo Real Estate, die in den letzten beiden Septemberwochen immer neue Zahlen zu ihrer Finanzsituation abgeliefert habe. "Die Zahlenqualität war mangelhaft, die Bank hatte selbst keine klare Sicht. Eine gut geführte Bank hätte diese Probleme nicht gehabt." Auch sei er vom HRE-Geschäftsmodell nie richtig überzeugt gewesen.
"Die Botschaft war: Die Regierung kann nicht helfen"
Die Bank war in Schwierigkeiten geraten, weil sich die Banken weltweit nach der Pleite der US-Bank Lehman-Brothers aus Unsicherheit über weitere Schieflagen gegenseitig kein Geld mehr liehen. Ackermann sagte, die HRE habe sich am 22. September bei der Deutschen Bank direkt um einen abgesicherten Kredit von 15 Milliarden Euro bemüht. Im Verlauf der Beratungen seien die Schätzungen dann weiter auf 35 Milliarden Euro gestiegen.
Diese Summe hätten die Banken nicht alleine tragen können. Bei den Rettungsbemühungen sei für die Regierung Finanzstaatssekretär Jörg Asmussen allerdings erst Sonntag gegen 17.00 Uhr zu der Runde gestoßen. "Bis 22.00 Uhr war die klare Botschaft von Asmussen, die Regierung kann nicht helfen, das ist zeitlich gar nicht drin, das heißt Nein", sagte Ackermann.
Zu diesem Zeitpunkt seien alle von einem Scheitern der Verhandlungen ausgegangen. Er habe dann Steinbrück spätabends persönlich die voraussichtliche Lage für den kommenden Tag, den Montag, geschildert: Ohne eine staatliche Lösung für die HRE hätte eine "sehr schwierige Situation" bis hin zu einem Zusammenbruch der Finanzmärkte gedroht. Steinbrück habe vorgeschlagen, die Hilfen von 35 Milliarden Euro je zur Hälfte durch den Bund und die Banken abzusichern. Das hätte die Banken aber überfordert.
"Das war gefährlich"
Ackermann sagte, er habe daraufhin seitens der Banken sieben Milliarden Euro angeboten. Steinbrück habe dann Rücksprache mit Merkel gehalten, die ihn danach angerufen und auf zehn Milliarden Euro habe festlegen wollen. Zum Schluss habe man sich auf 8,5 Milliarden Euro geeinigt. "Merkel ist es gelungen, noch 1,5 Milliarden Euro mehr aus mir herauszupressen", sagte Ackermann.
"Wenn um Viertel vor Eins Merkel mich nicht mehr am Handy erreicht hätte, wäre es zu spät gewesen." Er kritisierte, dass sich das Finanzministerium erst so spät eingeschaltet habe, habe viel Zeit gekostet. "Wenn man taktisch gespielt hat, hat man es sehr gut getan und uns sehr weit getrieben - das war gefährlich."
...
http://www.tagesschau.de/wirtschaft/hreausschuss104.html
__________________
Liebe Grüße
Günter
Oh man schon wieder tagesschau.de.
Kannst du doch auch gleich die Bild hier verlinken.
__________________
Man kann alles zensieren und durch Regeln beschränken. Nur dann darf man sich nicht wundern, wenn irgendwann viele weg bleiben.
.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-
Ich baue grundsätzlich in allen Beiträgen absichtlich Rechtschreibfehler ein um den Leser und ganz speziell den "Klugscheissern" zusätzlichen Spaß zu bereiten und meine Beiträge interessanter zu machen.
Zitat:
Original von max1995
Oh man schon wieder tagesschau.de.
Kannst du doch auch gleich die Bild hier verlinken.
Max, wenn Du den Unterschied zwischen tageschau.de und der BLÖD-Zeitung nicht kennst, ... Aber lassen wir das.
Hier ein Bericht der Webpräsenz der "WirtschaftsWoche":
Zitat:
....
Das elfköpfige Gremium will jedoch in erster Linie klären, ob die Aufsichtsbehörden versagt haben und die Rettungsmaßnahmen unverhältnismäßig stark den Staat belasten.
Kritik an Asmussen: "Unvorbereitet und dilettantisch"
In beiden Fällen geht es vor allem um eine Person: Jörg Asmussen, Jahrgang 1966, smarter Volkswirt mit coolem Kurzhaarschnitt, Staatssekretär im Bundesfinanzministerium und zu Beginn der HRE-Krise zuständiger Abteilungsleiter für Bankenaufsicht.
Dass Asmussen mit seinen Aufgaben überfordert gewesen sei, dies neigen einige Ausschussmitglieder umso mehr zu glauben, desto tiefere Einblicke sie in die Ereignisse der Monate März bis September 2008 gewinnen. „Asmussen hat die Sorgfaltspflicht verletzt“, sagt der grüne Bundestagsabgeordnete Gerhard Schick.
„Neun Monate hat Asmussen beim Sinken der HRE nur zugesehen“, kritisiert Axel Troost von den Linken. „Asmussen ist unvorbereitet und dilettantisch in die Rettungsgespräche im September 2008 gegangen“, urteilt der FDP-Parlamentarier und frühere Richter und Staatsanwalt Volker Wissing.
Selbst die Union, noch der SPD und dem Bundesfinanzministerium koalitionär verbunden, geht auf Distanz. Für Daniela Raab (CSU) steht mittlerweile fest: „Im Finanzministerium gibt es Stellen, die eine hohe Verantwortung haben, in der Praxis aber nicht mehr sind als eine bessere Registratur.“
Allein beim 59-Stunden-Rettungsmarathon
Warnungen hatte es jedenfalls zur Genüge gegeben. Auch für Asmussen. Die rechte Hand von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) bekam schon im Januar 2008 Hinweise zur alarmierenden Schieflage bei der HRE. Im März, kritisiert Raab, „also ein halbes Jahr vor der Lehman-Pleite, gab es einen Brief von der Kontrollbehörde BaFin an das Bundesfinanzministerium, in dem stand, dass die Lage der HRE kritisch sei“.
Und das Protokoll der entscheidenden 59 Stunden, als vom 26. bis zum 29. September 2008 die führenden deutschen Banker, Bankenaufseher und eben auch Asmussen in Frankfurt die inzwischen 87 Milliarden Euro teure HRE-Rettung beschlossen, wirft weitere Schatten auf den Finanzstaatssekretär.
Danach gesellte sich Asmussen erst am Sonntag, dem 28. September, um 17.05 Uhr dazu. Allein.
Selbst sein zuständiger Referatsleiter Jens Conert war offenbar in die Vorbereitung der Rettungsaktion nicht eingebunden, während die anderen Teilnehmer von Ackermann bis Klaus-Peter Müller vom Bundesverband deutscher Banken mit ganzen Stäben an Fachanwälten und Bankexperten vor Ort waren.
Tatsächlich nickte Asmussen einige Stunden später, am Montagmorgen um ein Uhr, eine für die Banken günstige und die Steuerzahler extrem teure Lösung ab; zwar sollte die Bankbranche 60 Prozent der HRE-Verlustrisiken tragen, der Bund nur 40 Prozent, doch über 8,5 Milliarden Euro Verlust hinaus sollte der Bund allein blechen. Und seit die Bundesregierung später beschloss, die HRE zu verstaatlichen, sind die Banken völlig aus dem Schneider und können ihren Einsatz bestens verzinsen. „Erschreckend“, findet FDP-Finanzpolitiker Wissing die „One-Man-Show“ von Asmussen.
Finanzminister Steinbrück hält jedoch unverdrossen die Hand über seinen Zögling. Vielleicht weil es kaum jemanden im Ministerium gibt, der etwas mit Begriffen wie Asset Backed Securities (ABS) oder Credit Default Swaps (CDS) anfangen kann und auch sonst die Bankenszene kennt.
„Es gibt im Finanzministerium zwar Abteilungen, die für Banken und auch die HRE zuständig sind“, erzählt die CSU-Politikerin Raab aus dem Ausschuss, „und dennoch sagte eine Zeugin aus dem Ministerium, dass sie den Namen HRE im Oktober 2008 zum ersten Mal gehört habe.“ Bei so viel Unbedarftheit muss sich Asmussen, der seit seinen Studientagen engen Kontakt zum heutigen Bundesbank-Präsidenten Weber hält, als Star im Hause Steinbrück fühlen.
Niemand rechnete mit der Lehman-Pleite
Auch die SPD hält an Asmussen fest. Im Ausschuss stellen die Sozialdemokraten den Zeugen immer wieder eine Frage: „Konnten Sie sich vorstellen, dass die USA eine Bank wie Lehman pleitegehen lassen würden?“
Die Standardantwort der Befragten lautet dann „Nein“. Und deshalb, so sagen die SPDler, habe auch Asmussen nicht ahnen können, dass die Investmentbank Lehman Brothers am 15. September 2008 tatsächlich kippte und die HRE mit ihrem hohen Anteil an toxischen Papieren damit ebenfalls am Ende war.
Dies aber hält der grüne Schick für einen „Mythos“. Auch die von Sozialdemokraten verbreitete These, der verspätete Auftritt von Asmussen am besagten Wochenende im September 2008 sei eine geniale Verhandlungsstrategie gewesen, ist für Schick schlichtweg „Kokolores“ – schließlich sei zu dem Zeitpunkt das Entscheidende bereits verhandelt gewesen.
Aus den Protokollen ließe sich auch entnehmen, dass nur die Liquidität, nicht aber die Rekapitalisierung der Bank angesprochen worden sei – dies gelte es ebenfalls zu hinterfragen.
http://www.wiwo.de/unternehmer-maerkte/wer-profitiert-vom-hre-debakel-404063/
__________________
Liebe Grüße
Günter
Es gibt für mich auch keinen nennenswerten Unterschied zwischen beiden.
Beide arbeiten mit Effeckthascherei.
Der einzige Unterschied ist der bei dem einen muß man lesen und bei den anderen muß man hören und sehen.
Ich habe mich aber auch schon bei der Schwarzfahrerei dazu geäußert,wo du doch auch eine Aussage von tagesschau.de monieren mußtes.
__________________
Man kann alles zensieren und durch Regeln beschränken. Nur dann darf man sich nicht wundern, wenn irgendwann viele weg bleiben.
.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-
Ich baue grundsätzlich in allen Beiträgen absichtlich Rechtschreibfehler ein um den Leser und ganz speziell den "Klugscheissern" zusätzlichen Spaß zu bereiten und meine Beiträge interessanter zu machen.
Zitat:
Original von max1995
Es gibt für mich auch keinen nennenswerten Unterschied zwischen beiden.
Beide arbeiten mit Effeckthascherei.
Der einzige Unterschied ist der bei dem einen muß man lesen und bei den anderen muß man hören und sehen.
Ich habe mich aber auch schon bei der Schwarzfahrerei dazu geäußert,wo du doch auch eine Aussage von tagesschau.de monieren mußtes.
Naja. Wenn die Botschaft nicht passte, wurde früher der Bote getötet! Heute wird wenigstens der Botschafter - in diesem Falle die Website - kritisiert!
Frage: Ordnest Du die "Financial Times Deutschland" jetzt auch in der Nähe der BLÖD-Zeitung ein? Oder bist Du bereit, wenigstens diese Recherchen sachlich zur Kenntnis zu nehmen und Dich damit auseinanderzusetzen?
Zitat:
HRE-Debakel
Asmussen in Bedrängnis
von Timo Pache (Berlin) und Rolf Lebert (Frankfurt)
FDP, Grüne und Linkspartei verlangen personelle Konsequenzen aus dem Fiasko beim inzwischen verstaatlichten Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate. Die Obleute im Bundestags-Untersuchungsausschuss fordern die Entlassung des Finanzstaatssekretärs Jörg Asmussen.
Dieser habe seine Sorgfaltspflichten als Beamter verletzt und sei nicht länger tragbar, erklärten die Abgeordneten Volker Wissing (FDP), Gerhard Schick (Grüne) und Axel Troost (Linke).
Finanzministerium und Kanzleramt wiesen die Forderung zurück. Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) erklärte, er stehe "uneingeschränkt" zu seinem Staatssekretär. Asmussen habe "sich enorme Verdienste erworben, insbesondere bei der Stabilisierung des Finanzmarktes".
Mit Asmussen hat sich die Opposition eine Schlüsselfigur im Kampf der Bundesregierung gegen die Finanzkrise ausgesucht. Auf dem Höhepunkt der Finanzkrise im vergangenen Herbst koordinierte er die Rettung der HRE. Schon zuvor galt Asmussen als strategischer Kopf des Finanzministeriums und wichtigster Ratgeber von Minister Steinbrück.
Wer wusste wann von was?
Die Bank und insbesondere ihre irische Tochter Depfa hatten sich mit der Refinanzierung langfristiger Kredite verspekuliert. Im Falle einer Pleite der HRE fürchteten Experten einen weltweiten Kollaps der Finanzmärkte. Angesichts der riesigen staatlichen Hilfen von mittlerweile fast 100 Mrd. Euro, die der Bund der Bank gewährt hat, setzte die Opposition vor acht Wochen den Untersuchungsausschuss ein, um die Umstände der Rettung aufzuklären.
In dem Gremium geht es immer wieder um die Frage, wann die Leitung des Finanzministeriums von der Schieflage der Bank erfuhr und was sie dagegen unternahm. Seit Frühjahr 2008 informierte die Bankenaufsicht Bafin das Ministerium regelmäßig über die Lage der Bank, allerdings erreichten die Berichte bis September offenbar nie die Führungsebene des Hauses - auch nicht Asmussen. FDP, Grüne und Linke schließen daraus, Asmussen habe sich nicht ausreichend um die Bank gekümmert und sei Ende September unvorbereitet in die Rettungsverhandlungen mit Großbanken wie Deutsche Bank oder Commerzbank geschlittert. Auch Finanzpolitiker der Union hatten sich zuletzt von Asmussen distanziert.
Dagegen erklärt die SPD, Asmussen habe nach Bekanntwerden der HRE-Krise die privaten Banken bewusst lange zappeln lassen und sei stets informiert gewesen. Ziel sei gewesen, den Banken einen möglichst großen Beitrag zur Rettung der HRE abzuringen. SPD-Obfrau Nina Hauer stellte sich vor Asmussen: Hätte er sich früher in die Verhandlungen eingeschaltet, hätten die Banken die Verantwortung beim Bund abgeladen. Tatsächlich konnte auch die Opposition nicht erklären, was sie im Fall der HRE anders gemacht hätte.
Aufsichtsrat will Sonderprüfung
In die Aufklärung der Umstände, die zum Beinahe-Kollaps der HRE geführt haben, hat sich jetzt auch der Aufsichtsrat eingeschaltet. Dessen Vorsitzender Michael Endres kündigte eine Sonderprüfung an, die von der Hauptversammlung am 13. August beschlossen werden soll. Er begründete dies mit dem Umfang des eingetretenen Schadens. Damit könnten Ex-Konzernchef Georg Funke und andere frühere Vorstände zusätzlich in Bedrängnis geraten: Käme der Prüfer zu dem Ergebnis, dass der alte Vorstand schlecht gewirtschaftet hat, wäre der Weg frei für Schadensersatzklagen, auf die auch der Bundestag dringt.
http://www.ftd.de/koepfe/:HRE-Debakel-Asmussen-in-Bedr%E4ngnis/535047.html
__________________
Liebe Grüße
Günter
Deine Fakten bestehen leider auch nur aus Meinungen gewisser Medien deren Hintergrund wir nicht kennen.
Ich bin da nicht so leichtgläubg und tue mich mit verlinkungen derselben auch ziemlich schwer.
__________________
Man kann alles zensieren und durch Regeln beschränken. Nur dann darf man sich nicht wundern, wenn irgendwann viele weg bleiben.
.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-
Ich baue grundsätzlich in allen Beiträgen absichtlich Rechtschreibfehler ein um den Leser und ganz speziell den "Klugscheissern" zusätzlichen Spaß zu bereiten und meine Beiträge interessanter zu machen.
Zitat:
Original von max1995
Deine Fakten bestehen leider auch nur aus Meinungen gewisser Medien deren Hintergrund wir nicht kennen.
Ich bin da nicht so leichtgläubg und tue mich mit verlinkungen derselben auch ziemlich schwer.
Tja Max, hättest Du diese Beiträge wirklich gelesen, dann hättest Du nicht nur die "Meinungen gewisser Medien" erfahren, sondern die Äußerungen von Deutsche Bank-Chef Ackermann, Gerhard Schick (Grüne), Axel Troost (Linke), Volker Wissing (FDP, frühere Richter und Staatsanwalt) und von Daniela Raab (CSU) zur Kenntnis genommen.
Im Übrigen geht es auch ohne die "Meinungen gewisser Medien", denn es liegt uns, Dank der "Financial Times Deutschland" das Protokoll über die Rettung der HRE im Original vor:
http://www.ftd.de/download/pdf/hre-proto.pdf
__________________
Liebe Grüße
Günter
Na schön wenn du Ackerman nun schon erwähnst dann lese bitte dieses und komm mir dann nicht mehr mit Schröders Schuld.
http://www.welt.de/wirtschaft/article4212044/Josef-Ackermann-verbuendet-sich-mit-der-SPD.html
__________________
Man kann alles zensieren und durch Regeln beschränken. Nur dann darf man sich nicht wundern, wenn irgendwann viele weg bleiben.
.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-
Ich baue grundsätzlich in allen Beiträgen absichtlich Rechtschreibfehler ein um den Leser und ganz speziell den "Klugscheissern" zusätzlichen Spaß zu bereiten und meine Beiträge interessanter zu machen.
So Max1995, hier noch ein aktuelle Bericht von spiegel.de. Langsam sind wir dann die Presselandschaft der Republik durch. Auch spiegel.de berichtet sehr kritisch über Herr Asmussen:
Zitat:
Das SPD-Mitglied Asmussen ist die Schlüsselfigur der Finanzmarktpolitik von Rot-Grün, als die Regierung den Finanzplatz Deutschland deregulierte und attraktiver machte. Damals ließ sich Eichel von Börsianern feiern, weil er Hedgefonds zuließ und das Sparkassen-Deutschland in die Zukunft von Wall Street und City führte.
Auch der Koalitionsvertrag der heutigen Regierung trägt seine Handschrift. "Produktinnovationen und neue Vertriebswege müssen nachdrücklich unterstützt werden", steht da. Dazu gehöre der "Ausbau des Verbriefungsmarktes" und "die Überarbeitung der Regelungen für den Bereich Private Equity". Die Aufsicht solle "mit Augenmaß" geschehen. "Überflüssige Regulierungen" seien abzubauen. Worte aus wie aus einem anderen Jahrhundert, und doch offizielle Grundlage des Regierungshandelns. Asmussen sorgte dafür, dass diese Pflegeanleitung für toxische Produkte in den Koalitionsvertrag kam.
Vom Deregulierer zum obersten Regulierer
Inzwischen will daran keiner mehr erinnert werden und Asmussen ist vom Deregulierer zum obersten Regulierer mutiert.
...
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,630396,00.html
Auch dieser Spiegel-Bericht bestätigt, dass es Asmussen war, der die Verausssetzungen dafür einleitete, dass er in Deutschland zur Bankenkrise kam.
Der von Asmussen angeleierte und von den Regeirungen Schröder und Merkel umgestzte "Ausbau des Verbriefungsmarktes" und "die Überarbeitung der Regelungen für den Bereich Private Equity" sind die Hauptgründe dafür, dass die deutschen Banken so schwer von der Bankenkrise getroffen wurden.
Hier der ganze Bericht von spiegel.de:
Zitat:
STAATSSEKRETÄR ASMUSSEN
Ikarus in Not
Von Christoph Schwennicke
Kein politischer Beamter hatte je so viel Macht wie Jörg Asmussen, die rechte Hand von Finanzminister Steinbrück. Doch der Retter der Republik in Zeiten der Finanzkrise gerät unter Druck.
Der wuselige junge Mann mit dem raspelkurzen Resthaar war dem Finanzminister bald aufgefallen. Wer denn der Kerl sei, der immer um ihn herum sei, fragte der Minister seinen Staatssekretär. Das sei sein persönlicher Referent beschied dieser seinem Minister, ein "mittelmäßiger Ökonom" - aber zum Koffertragen gerade recht.
Die Zeiten ändern sich. Besagter Finanzminister Oskar Lafontaine ist inzwischen Chef der Linkspartei, sein Staatssekretär Heiner Flassbeck wurde als Leiter der Unctad an den Genfer See verbannt, und der Mann mit dem Raspelhaar bekleidet die Position desjenigen, dessen Koffer er damals tragen durfte.
Der heute 42-Jährige, von Theo Waigel 1996 geholt, ist im Ministerium aufgestiegen wie Ikarus. Unter Hans Eichel avancierte er zum Ministerialdirektor der Abteilung VII, zuständig für Finanzmarktpolitik. Unter Peer Steinbrück wurde Jörg Asmussen zum beamteten Staatssekretär und dessen erster Ratgeber.
Nach dem Zusammenbruch von Lehman Brothers vergangenen Herbst avancierte Asmussen zum Krisenmanager der Regierung: Es gibt kaum eine Institution, die in der Krise geschaffen wurde, in der Asmussen nicht das Sagen hat: Er sitzt im Lenkungsausschuss des Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (Soffin), der über Milliardenbürgschaften für Banken befindet. Er sitzt im Verwaltungsrat der Finanzaufsichtsbehörde Bafin und im Ausschuss des Deutschlandfonds, er ist Aufsichtsrat der IKB, und wenn Steinbrück verhindert ist - vertritt er ihn bei internationalen Sitzungen. Er hat Prokura in der Krise. So viel Macht gab es noch nie in den Händen eines Beamten.
Manche sprechen schon vom "Asmussen-Komplex"
Asmussen gilt als Mitglied der Bonner Schule, zu der auch der Abteilungsleiter Wirtschaft im Kanzleramt, Jens Weidmann, gehört, sowie Bundesbankchef Axel Weber. Weidmann und Asmussen haben bei Weber in Bonn studiert. Asmussen hat Eichel überzeugt, Weber zum Chef der Bundesbank zu machen. Vom "Asmussen-Komplex" sprechen manche.
Er ist der operative Teil der Krisenregierung, eine Rolle, die ihm nicht unangenehm ist. Seine Eitelkeit, die mit seiner Kompetenz und Intelligenz Schritt hält, verleitet ihn inzwischen dazu, für Fotos lässig in den Gängen des Kanzleramtes zu posieren. Er ist ein aufgeweckter Zeitgenosse, zeigt sich bei Empfängen ebenso gern wie beim G-20-Gipfel in London und lacht gern, auch und gerade über eigene Witze. Inzwischen gibt er selbständig Interviews in Zeitungen, ungewöhnlich für einen beamteten Staatssekretär. Ganz Staatsmann sagt Asmussen über die neue EU-Finanzaufsicht: "Wir brauchen Strukturen, die krisenfest sind und schnell reagieren können."
Das SPD-Mitglied Asmussen ist die Schlüsselfigur der Finanzmarktpolitik von Rot-Grün, als die Regierung den Finanzplatz Deutschland deregulierte und attraktiver machte. Damals ließ sich Eichel von Börsianern feiern, weil er Hedgefonds zuließ und das Sparkassen-Deutschland in die Zukunft von Wall Street und City führte.
Auch der Koalitionsvertrag der heutigen Regierung trägt seine Handschrift. "Produktinnovationen und neue Vertriebswege müssen nachdrücklich unterstützt werden", steht da. Dazu gehöre der "Ausbau des Verbriefungsmarktes" und "die Überarbeitung der Regelungen für den Bereich Private Equity". Die Aufsicht solle "mit Augenmaß" geschehen. "Überflüssige Regulierungen" seien abzubauen. Worte aus wie aus einem anderen Jahrhundert, und doch offizielle Grundlage des Regierungshandelns. Asmussen sorgte dafür, dass diese Pflegeanleitung für toxische Produkte in den Koalitionsvertrag kam.
Vom Deregulierer zum obersten Regulierer
Inzwischen will daran keiner mehr erinnert werden und Asmussen ist vom Deregulierer zum obersten Regulierer mutiert.
Aber seine Verwobenheit mit dem System hängt ihm nach. So musste Asmussen gegenüber dem SPIEGEL einräumen, dass er aufgrund seiner langjährigen Partnerschaft mit der Chefrepräsentantin der Deutschen Börse AG in Berlin, Henriette Peucker, seit Jahren für alle Vorgänge, die die Deutsche Börse betreffen, gesperrt ist. Das ist in seiner Personalakte festgelegt.
Derartige Vorgänge gehen ersatzweise über den Tisch des formal für diesen Bericht nicht zuständigen Staatsekretär Werner Gatzer, wie das Ministerium bestätigt: Der sich aus der Berufstätigkeit der Partnerin von Herrn Asmussen ergebende "potentielle Interessenkonflikt" sei von ihm selbst im Ministerium sowohl der Leitung als auch den personalführenden Referaten und den betreffenden Fachreferaten angezeigt worden. "Dementsprechend wird innerhalb des Hauses streng darauf geachtet, dass Staatssekretär Asmussen nicht mit Vorgängen befasst wird, die Geschäftsinteressen der Deutschen Börse AG berühren können", sagt ein Sprecher des Ministeriums.
Die Maßnahme zeigt, dass im Ministerium ein Problembewusstsein besteht. Peucker leitet die Berliner Repräsentanz seit 2003. Auf ihrer Homepage schreibt die Deutsche Börse über ihre Repräsentanzen, diese "pflegen Kundenkontakte und den Dialog mit den wichtigsten kapitalmarktpolitischen Entscheidungsträgern".
Im Ausschuss wird es ungemütlich
Das Unternehmen ist in Frankfurt Spieler und Hausherr zugleich. Sie rühmt sich, als "eine der größten Börsenorganisationen der Welt, Investoren, Finanzinstituten und Unternehmen den Weg zu den globalen Kapitalmärkten" zu öffnen. Zugleich ist sie für die Regeln auf dem Parkett zuständig, also für eben jenes Feld, auf dem Asmussen agiert. Als Mitglied einer Expertengruppe für eine Neue Finanzmarktarchitektur, ist Asmussen beauftragt, härtere Regeln zu erarbeiten, als Aufsichtstrat der Bafin sowieso. Zudem ist Asmussen Mitglied der Börsensachverständigenkommission.
Volker Wissing, FDP-Mann im HRE-Untersuchungsausschuss, widerstrebt Asmussens "seltsames Gebaren" in der Zone zwischen Politik und Bankenwelt schon lange. Er habe den Eindruck, Asmussen nutze Herrschaftswissen, um "Abhängigkeiten zu schaffen".
Im Ausschuss wird es ungemütlich für den erfolgsverwöhnten Beamten. Zuletzt sagten Vertreter der Bafin aus, mindestens ein Bericht zur Lage der HRE sei bereits im März 2008 an Asmussen persönlich gegangen. Die Regierung hat stets beteuert, erst im Oktober über das Ausmaß der HRE-Krise unterrichtet gewesen zu sein. Das Ministerium erklärte die Unkenntnis mit einem "Kurzurlaub" Asmussens.
Der Ausschuss hat nun dessen Kalender angefordert. Für eine der Sitzungen Ende Juli wird Asmussen vorgeladen. Dieser werde sich in Widersprüchen verstricken, glaubt Wissing: "Die Tage des Staatssekretärs Jörg Asmussen sind gezählt."
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,630396,00.html
__________________
Liebe Grüße
Günter
Was soll der dämliche Pro-Merkel Wahlkampf hier?
__________________
"So seid ihr Menschen: Wenn euer Bauch spricht, vergesst ihr den Verstand.
Wenn euer Verstand spricht, vergesst ihr euer Herz.
Und wenn euer Herz spricht, vergesst ihr alles."
- Der Dieb von Bagdad
-----
"Mir gefällt Ihr Benehmen nicht."
"Macht nichts. Ich verkauf's ja nicht."
-----
Der Erleuchtung ist es egal, wie du sie erlangst!
Zitat:
Original von Grubendol
Was soll der dämliche Pro-Merkel Wahlkampf hier?
Ich kann hier keinen Merkel-Wahlkampf erkennen. Das ist bester Geschichtsunterricht. Damit auch die nicht so gut informierten wissen, wer woran die Schuld trägt.
Warum schreibst Du nicht zur Sache?
__________________
Liebe Grüße
Günter
Zitat:
Original von Günter
Deutsche Bank-Chef Ackermann, Gerhard Schick (Grüne), Axel Troost (Linke), Volker Wissing (FDP, frühere Richter und Staatsanwalt) und von Daniela Raab (CSU)
Alles Wahlkampf...die Leute und deren Meinungen sind irrelevant, weil sie angesichts der bevorstehenden Wahl nur über den politischen Gegner reden.
Merkel ist für die Finanzkrise und für die Krise der HRE sowie der BayernLB verantwortlich, Merkel ist für alles verantwortlich, was in ihrer Regierungszeit geschieht, sogar für den Dienstwagenklau.
Merkel ist vor allem dafür verantwortlich, dass Konsequenzen aus der Finanzkrise gezogen werden. Seht ihr welche? Nein, die CDU Schleswig-Holstein schmeisst ihre Manager mit Boni voll und beendet eine handlungsfähige Koalition mit Lügen...
__________________
"So seid ihr Menschen: Wenn euer Bauch spricht, vergesst ihr den Verstand.
Wenn euer Verstand spricht, vergesst ihr euer Herz.
Und wenn euer Herz spricht, vergesst ihr alles."
- Der Dieb von Bagdad
-----
"Mir gefällt Ihr Benehmen nicht."
"Macht nichts. Ich verkauf's ja nicht."
-----
Der Erleuchtung ist es egal, wie du sie erlangst!
Zitat:
Original von Grubendol
Zitat:
Original von Günter
Deutsche Bank-Chef Ackermann, Gerhard Schick (Grüne), Axel Troost (Linke), Volker Wissing (FDP, frühere Richter und Staatsanwalt) und von Daniela Raab (CSU)
Alles Wahlkampf...die Leute und deren Meinungen sind irrelevant, weil sie angesichts der bevorstehenden Wahl nur über den politischen Gegner reden.
Merkel ist für die Finanzkrise und für die Krise der HRE sowie der BayernLB verantwortlich, Merkel ist für alles verantwortlich, was in ihrer Regierungszeit geschieht, sogar für den Dienstwagenklau.
Etwas Kabarett?
Aber zurück zur Realität:
Verantwortlich sind diejenigen, die verbriefte Kreditforderungen (Asset Backed Securities) in Deutschland zugelassen haben. Das war die rot-grüne Regierung Schröder, also SPD und Grüne!
Verantwortlich sind weiter diejenigen, die die Verbriefungen sogar als förderungswürdig einstuften. Das war die schwarz-rote Regierung, also CDU/CSU und SPD!
__________________
Liebe Grüße
Günter
Nein, kein Kabarett, sondern Wahlkampf.
Und ja, Merkel ist für die Richtlinien der Dienstwagen verantwortlich, Merkel trägt seit 2005 die Verantwortung für die Arbeitslosenzahlen und selbstverständlich wird die Regierung Merkel als die Regierung mit einem Rekordschuldenstand in die Geschichtsbücher eingehen.
__________________
"So seid ihr Menschen: Wenn euer Bauch spricht, vergesst ihr den Verstand.
Wenn euer Verstand spricht, vergesst ihr euer Herz.
Und wenn euer Herz spricht, vergesst ihr alles."
- Der Dieb von Bagdad
-----
"Mir gefällt Ihr Benehmen nicht."
"Macht nichts. Ich verkauf's ja nicht."
-----
Der Erleuchtung ist es egal, wie du sie erlangst!
Zitat:
Original von Grubendol
Nein, kein Kabarett, sondern Wahlkampf.
Schön, Dein gutes Recht. Aber ehrlich sollte man dabei schon bleiben.
Zitat:
Und ja, Merkel ist für die Richtlinien der Dienstwagen verantwortlich, Merkel trägt seit 2005 die Verantwortung für die Arbeitslosenzahlen und selbstverständlich wird die Regierung Merkel als die Regierung mit einem Rekordschuldenstand in die Geschichtsbücher eingehen.
Das ist ein anderes Thema. Hier im Thread geht es um die Verantwortung fü die Bankenkrise.
__________________
Liebe Grüße
Günter
Nein, das ist kein anderes Thema, denn während du keine Probleme damit hast, einen ehemaligen Regierungschef wie Schröder für alle Übel auf der Welt verantwortlich zu machen, leugnest du die Verantwortung der aktuellen Chefin, die seit vier Jahren am Ruder ist und damit alle Möglichkeiten und genügend Zeit hatte, etwas gegen die heraufziehende Krise zu unternehmen.
Was haben denn all die Finanzexperten in der Union gegen die Entwicklung unternommen? Nichts, weil es genau die Richtung war, die sie wollten, weil es die einzige Richtung war, die man mit der Union machen konnte, weil die überwiegende Anzahl der Wirtschaftwissenschaftler genau diesen Weg forderte. Dem konnte sich die SPD kaum entziehen und die Union wollte es nicht.
Auch in diesem Thread ist bereits die Überschrift tendenziös, BILD-mäßig und einfach schlecht. Hast du schön bei "idea" gelernt.
Wenn es um die Bankenkrise geht, solltest du langsam zur Kenntnis nehmen, dass diese Krise eine weltweite Krise ist und unser nationales Bankensystem in einem weltweiten Wettbewerb steht.
__________________
"So seid ihr Menschen: Wenn euer Bauch spricht, vergesst ihr den Verstand.
Wenn euer Verstand spricht, vergesst ihr euer Herz.
Und wenn euer Herz spricht, vergesst ihr alles."
- Der Dieb von Bagdad
-----
"Mir gefällt Ihr Benehmen nicht."
"Macht nichts. Ich verkauf's ja nicht."
-----
Der Erleuchtung ist es egal, wie du sie erlangst!
Zitat:
Original von Grubendol
Nein, das ist kein anderes Thema, denn während du keine Probleme damit hast, einen ehemaligen Regierungschef wie Schröder für alle Übel auf der Welt verantwortlich zu machen, leugnest du die Verantwortung der aktuellen Chefin, die seit vier Jahren am Ruder ist und damit alle Möglichkeiten und genügend Zeit hatte, etwas gegen die heraufziehende Krise zu unternehmen.
Was haben denn all die Finanzexperten in der Union gegen die Entwicklung unternommen? Nichts, weil es genau die Richtung war, die sie wollten, weil es die einzige Richtung war, die man mit der Union machen konnte, weil die überwiegende Anzahl der Wirtschaftwissenschaftler genau diesen Weg forderte. Dem konnte sich die SPD kaum entziehen und die Union wollte es nicht.
Auch in diesem Thread ist bereits die Überschrift tendenziös, BILD-mäßig und einfach schlecht. Hast du schön bei "idea" gelernt.
Habe ich irgendwo geschrieben, dass Frau Merkel entschuldigt ist??? Natürlich hätte sie die Verbriefungen wieder rückgängig machen können. Hat sie aber nicht, weil sie ja auch dafür war.
Trotzdem bleibt es dabei: Eingeführt wurden die Verbriefungen von der Schröderregierung.
__________________
Liebe Grüße
Günter
Dann nimm endlich zur Kenntnis, dass die Verbriefungen für die aktuelle Finanz- und Bankenkrise keine entscheidende Rolle spielen, der von dir aufgestellte Zusammenhang ist falsch. Wenn sich auf dem internationalen Geldmarkt die Großbanken gegenseitig keine Kredite mehr vergeben, ist es völlig unerheblich, ob sich zuvor eine einzelne Volkswirtschaft aus dem Geschäft rausgehalten hat, sie ist dennoch unmittelbar betroffen.
Deine Gleichung "Verbriefung=Finanzkrise" stimmt einfach nicht.
__________________
"So seid ihr Menschen: Wenn euer Bauch spricht, vergesst ihr den Verstand.
Wenn euer Verstand spricht, vergesst ihr euer Herz.
Und wenn euer Herz spricht, vergesst ihr alles."
- Der Dieb von Bagdad
-----
"Mir gefällt Ihr Benehmen nicht."
"Macht nichts. Ich verkauf's ja nicht."
-----
Der Erleuchtung ist es egal, wie du sie erlangst!
Zitat:
Original von Grubendol
Dann nimm endlich zur Kenntnis, dass die Verbriefungen für die aktuelle Finanz- und Bankenkrise keine entscheidende Rolle spielen, der von dir aufgestellte Zusammenhang ist falsch. Wenn sich auf dem internationalen Geldmarkt die Großbanken gegenseitig keine Kredite mehr vergeben, ist es völlig unerheblich, ob sich zuvor eine einzelne Volkswirtschaft aus dem Geschäft rausgehalten hat, sie ist dennoch unmittelbar betroffen.
Das ist nicht richtig! Ohne den durch rot-grün geschaffenen Umweg der Verbriefungen hätten die betroffenen deutschen Banken überhaupt nicht Kredite in diesem Ausmass vergeben dürfen, weil sie nicht über ausreichend Eigenkapital (=Sicherheit) verfügten.
Sie hätten also auf die Vergabe dieser Kredite verzichten oder ihr Eigenkapital, soweit möglich, erhöhen müssen. In beiden Fällen wäre der Steuerzahler verschont geblieben.
Grubendol, wenn Du schon mir nicht glaubst, dann lies doch mal auf Deinem "Lieblingsportal" Wikipedia nach. Dort wird das alles ausführlich erläutert. Oder melde Dich bei Eurer Volkshochschule zu einem BWL-Kursus für Anfänger an. Dort werden diese Dinge mit Sicherheit auch verhandelt.

__________________
Liebe Grüße
Günter
Das Problem sind aber nicht faule Kredite hier im Lande, sondern die faulen Kredite auf dem internationalen Finanzmarkt, ausgelöst durch die Verwerfungen auf dem amerikanischen Immobilienmarkt. Die aktuelle Finanzkrise, die auf die Wirtschaft durchschlägt, besteht darin, dass es zu wenig Kredite gibt, nicht etwa zu viele.
Für mich gilt, was du selber zitiert hast:
Zitat:
Als Rot-Grün 1998 an die Macht gekommen sei, “war es ein Bündnis gegen den Konservatismus”, sagt der Ökonom Gustav Horn, “politisch gegen Helmut Kohl, ökonomisch gegen die alte Deutschland AG”. Tatsächlich hatte Kohl seinem Nachfolger Gerhard Schröder einen Reformstau auf nahezu allen Politikfeldern hinterlassen.
Sind wir heute schlauer? “Wir haben alle Fehler gemacht”, sagt Horn. In den vergangenen Jahren hätten die Wissenschaftler, auch er selber, vor allem die Güter- und Arbeitsmärkte betrachtet und analysiert. “Aber wir haben den Finanzmärkten zu wenig Beachtung geschenkt.”
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,611329,00.html
Wenn ein Kurs bei der Volkshochschule ausreichen würde, um die Finanzkrise zu begreifen, wäre sie wohl kaum passiert, angesichts von hunderttausenden von studierten Ökonomen weltweit, deren Fachwissen sicherlich über das eines VHS-Kurses hinausgeht.
__________________
"So seid ihr Menschen: Wenn euer Bauch spricht, vergesst ihr den Verstand.
Wenn euer Verstand spricht, vergesst ihr euer Herz.
Und wenn euer Herz spricht, vergesst ihr alles."
- Der Dieb von Bagdad
-----
"Mir gefällt Ihr Benehmen nicht."
"Macht nichts. Ich verkauf's ja nicht."
-----
Der Erleuchtung ist es egal, wie du sie erlangst!
Zitat:
Original von Grubendol
Das Problem sind aber nicht faule Kredite hier im Lande, sondern die faulen Kredite auf dem internationalen Finanzmarkt, ausgelöst durch die Verwerfungen auf dem amerikanischen Immobilienmarkt.
Das habe ich auch nicht geschrieben. Es geht tatsächlich um Kredite, die deutsche Banken völlig masslos und unkontrolliert ohne eigene Deckung ins Ausland vergeben haben.
Klar, ohne weltweite Finanzkrise wären wir vermutlich auch verschont geblieben.
Aber hätten wir noch die alten Regelungen in Deutschland gehabt, wären wir in Deutschland trotz der Krise überwiegend verschont geblieben.
__________________
Liebe Grüße
Günter
Das ist falsch, aber das habe ich bereits erklärt, warum das ein weiterer Irrglaube ist.
__________________
"So seid ihr Menschen: Wenn euer Bauch spricht, vergesst ihr den Verstand.
Wenn euer Verstand spricht, vergesst ihr euer Herz.
Und wenn euer Herz spricht, vergesst ihr alles."
- Der Dieb von Bagdad
-----
"Mir gefällt Ihr Benehmen nicht."
"Macht nichts. Ich verkauf's ja nicht."
-----
Der Erleuchtung ist es egal, wie du sie erlangst!
Es kann nicht sein, was nicht sein darf! Asmussen hat überhaupt keinen Fehler gemacht!
Die deutschen Banken sind alle wegen Lehmann Brothers in die Krise geraten!
Sie haben auch überhaupt nichts falsch gemacht! Die Regierung Schröder auch nicht, wenn überhaupt, dann die Regierung Merkel! Ach ne, geht ja auch mnicht, da regeirt die SPD ja auch mit! Und die SPD kann ja nichts falsch machen!

Aber die Linke hat es ja alles schon vorher gewusst, die kann ja erst recht nichts falsch machen.
__________________
Zitat:
Original von Quark
Aber die Linke hat es ja alles schon vorher gewusst, die kann ja erst recht nichts falsch machen.
Immerhin hat Oskar das damals wohl nicht so ganz falsch gesehen ...
Zitat:
Original von Der Politologe
Zitat:
Original von Quark
Aber die Linke hat es ja alles schon vorher gewusst, die kann ja erst recht nichts falsch machen.
Immerhin hat Oskar das damals wohl nicht so ganz falsch gesehen ...
Oskar weiß sowieso alles vorher.
__________________
Zitat:
Original von Der Politologe
Es kann nicht sein, was nicht sein darf! Asmussen hat überhaupt keinen Fehler gemacht!
Die deutschen Banken sind alle wegen Lehmann Brothers in die Krise geraten!
Sie haben auch überhaupt nichts falsch gemacht! Die Regierung Schröder auch nicht, wenn überhaupt, dann die Regierung Merkel! Ach ne, geht ja auch mnicht, da regeirt die SPD ja auch mit! Und die SPD kann ja nichts falsch machen!

Ein völlig nichts ausagender Beitrag.
__________________
Man kann alles zensieren und durch Regeln beschränken. Nur dann darf man sich nicht wundern, wenn irgendwann viele weg bleiben.
.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-
Ich baue grundsätzlich in allen Beiträgen absichtlich Rechtschreibfehler ein um den Leser und ganz speziell den "Klugscheissern" zusätzlichen Spaß zu bereiten und meine Beiträge interessanter zu machen.
Zitat:
Original von Der Politologe
Es kann nicht sein, was nicht sein darf! Asmussen hat überhaupt keinen Fehler gemacht!
Die deutschen Banken sind alle wegen Lehmann Brothers in die Krise geraten!
Sie haben auch überhaupt nichts falsch gemacht! Die Regierung Schröder auch nicht, wenn überhaupt, dann die Regierung Merkel! Ach ne, geht ja auch mnicht, da regeirt die SPD ja auch mit! Und die SPD kann ja nichts falsch machen!

[gestrichen - mfg Quark es geht auch ohne Beleidigungen
] Wo wären wir denn ohne Asmussen, der hat doch schlimmeres verhütet! Also manchmal muss ich wirklich den Kopf schütteln! Du willst Politologe sein? Da lachen ja die Hühner! Ein Prolet vielleicht!
Zitat:
Investmentbanken
Die deutsche Lehman-Lüge
von Leo Müller
Der Fall der Lehman-Bank hat Kapital und Vertrauen vernichtet. Sagen deutsche Politiker und Bankchefs. Das ist die Unwahrheit - und sie wissen es. Die Pleite am 15. September 2008 war nicht der Auslöser der Entwicklung. Die Finanzhäuser hierzulande gerieten schon Jahre zuvor in Schieflage.
Berlin-Mitte, Scharnhorststraße, im Konferenzzimmer des Ministers. Das Krisentreffen findet an einem Sonntag statt, strikte Vertraulichkeit ist angeordnet. Acht Spitzenmanager der Finanzindustrie und drei Kabinettsmitglieder sind ins Bundeswirtschaftsministerium gekommen. Aus der Kantine wird eine karge Mahlzeit gereicht, das Thema ist nicht sehr erbaulich: ein Rettungsplan für deutsche Großbanken. Sie sollen von einer 50 bis 100 Mrd. Euro schweren Kreditlast befreit werden.
Das klingt nach einer dieser vielen Bankenrettungsaktionen der vergangenen Monate. Doch die Geheimsitzung wurde nicht nach jenem 15. September 2008 einberufen, den die Banker in ihrer neuen Zeitrechnung als Wendepunkt gesetzt haben: dem Tag der Insolvenz der amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers. Das Berliner Meeting findet 67 Monate, 22 Quartalsberichte und sechs Jahresabschlüsse vor der Lehman-Pleite statt, am 16. Februar 2003.
Teilnehmer der Runde sind Bundeskanzler Gerhard Schröder, Wirtschaftsminister Wolfgang Clement, Finanzminister Hans Eichel, Josef Ackermann (Deutsche Bank), Bernd Fahrholz (Dresdner Bank), Dieter Rampl (HypoVereinsbank), Jürgen Sengera (WestLB), Ulrich Brixner (DZ Bank) und Henning Schulte-Noelle (Allianz).
Es geht um die Wackelkandidaten unter den systemrelevanten Geldhäusern. Ganz oben auf der Hitliste der Gefährdeten steht mit einem Jahresverlust von 820 Millionen Euro die HypoVereinsbank (HVB). Sie ist schwer mit Hypotheken für Schrottimmobilien belastet - Resultat der Massenverkäufe von schwindelhaft überbewerteten Wohnungen in den neuen Bundesländern, die von aggressiven Verkäufertruppen als Steuersparmodelle unters Volk gebracht wurden. Weitere Problemkandidaten sind die Commerzbank und die Dresdner.
Schnell spitzt sich die Diskussion auf eine Frage zu: Wer stünde in der Not parat, ein marodes Institut zu übernehmen? Alle Blicke richten sich auf Josef Ackermann. Wie selbstverständlich wird vom Chef der Deutschen Bank höchster patriotischer Einsatz erwartet. Doch der Schweizer wehrt ab. Sein Haus und seine Aktien will er nicht belasten. Ackermann schlägt stattdessen zur Entlastung der Bilanzen seiner Mitbewerber eine Auffanggesellschaft für faule Kredite vor, eine sogenannte Bad Bank. Einige der Herren verhalten sich indiskret, die Idee bleibt nicht lang geheim - und Ackermann ist mal wieder der Buhmann.
Teil 2: Erstmals wird eine Bad Bank diskutiert
Zum ersten Mal wird damals in Deutschland über Bad Banks diskutiert. "Ein Stück aus dem Tollhaus", schimpft der damalige Sparkassen-Präsident Dietrich Hoppenstedt. Jochen Sanio, Chef der Bankenaufsicht, warnt: "Die Zeche würde der Steuerzahler begleichen." Und Klaus-Peter Müller, damals Chef der Commerzbank: "So weit sind die Banken noch lange nicht." Das Thema Bad Banks ist schnell tabu.
Das geheime Treffen in Berlin und die folgenden Diskussionen zeigen, dass etwas nicht stimmen kann mit der Legende, die heute um die Lehman-Pleite vom 15. September 2008 herum gestrickt wird. Die geht ungefähr so: Wie eine Naturkatastrophe hat dieses Ereignis die Bankenwelt erschüttert. Niemand konnte damit rechnen, dass die US-Regierung eine große Investmentbank fallen lässt. Sodass die Welt in eine Krise ohne Beispiel rutscht. Deutsche Banker und Politiker rufen im Chor: Die Amerikaner sind schuld.
Doch die Chronik der Ereignisse zeigt, wie vorhersehbar die Katastrophe war. Bereits fünf Jahre vor der Lehman-Pleite war die Schieflage des deutschen Finanzplatzes bekannt. Das Giftvolumen durch unzureichend gedeckte Kredite wurde auf bis zu 300 Mrd. Euro geschätzt. Systematisch versteckten die Banken mit Bilanztricks ihre faulen Papiere und täuschten damit ihre Aktionäre.
Banken, Kontrollinstanzen, Finanzpolitiker: Alle wussten Bescheid, alle halfen beim Versteckspielen. Die Beamten in Aufsichtsbehörden und Finanzministerien betrieben routiniert ihr Berichts- und Meldewesen, registrierten, lochten, hefteten ab. Aufsichtsräte und Wirtschaftsprüfer schauten weg. "Deutschland war Weltmeister in riskanten Bankgeschäften", resümiert EU-Kommissar Günter Verheugen. "Nirgendwo auf der Welt, auch nicht in Amerika, haben sich Banken mit größerer Bereitschaft in unkalkulierbare Risiken gestürzt - allen voran die Landesbanken."
Teil 3: Das Steuerparadies an der US-Atlantikküste
Wilmington, Delaware, 1998 Hier beginnt die Entwicklung, die schließlich in der Finanzkrise münden wird. An der Atlantikküste der USA erscheinen die Firmenanwälte der BayernLB bei einer US-Kanzlei. Delaware ist weltweit eines der größten Zentren für anonyme Briefkastenfirmen, ein Steuerparadies. Die bayerischen Landesbanker gründen ihren ersten sogenannten Conduit. So werden in der Branche Briefkastenfirmen bezeichnet.
Die Banken bündeln ihre Kreditverträge zu Tausenden und machen daraus fern der Heimat handelbare Wertpapiere. Vor allem die Landesbanken wollen mit dieser Masche groß ins Kapitalmarktgeschäft einsteigen. Schon länger träumen sie davon, endlich mitzumischen im großen globalen Geldspiel. Oder mit dem neuen Dreh ihre unschönen Altlasten wegzuzaubern.
Dazu nutzen sie die schwachen Bilanzregeln des deutschen Handelsgesetzbuchs (HGB). Die Conduits, oft auch Zweckgesellschaften genannt, operieren wie hundertprozentig beherrschte Tochtergesellschaften, offiziell sind sie aber Eigentum eines Treuhänders oder eines Trusts - ein juristischer Taschenspielertrick. Sie müssen nach HGB nun nicht mehr als Geschäfte von Tochterfirmen bilanziert werden.
Die Geldhäuser bezeichnen sich ganz nobel nur noch als Sponsor oder Originator der Conduits. Die Geschäfte werden trotzdem häufig komplett in den Büros der deutschen Bankzentralen betrieben. In Delaware gibt es nichts außer einem Treuhänder und einer Briefadresse. Dass die Banken tatsächlich über ein komplexes Geflecht von verbindlichen Verträgen für alle Verluste der Conduits haften, verheimlichen sie in ihren Jahresabschlüssen. So werden die Geldhäuser zur Blackbox.
Der Conduit-Trick entlastet die Banken zudem von ihrer aufsichtsrechtlichen Pflicht, für Risikogeschäfte genug Eigenkapitalpuffer bereitzuhalten. Plötzlich können sie außerhalb der Bilanz hohe Risiken eingehen, ohne ihr Eigenkapital zu erhöhen. Und die Manager können im Jahresabschluss mit hohen Gewinnen bei relativ niedrigem Eigenkapital glänzen. Das verbessert die Eigenkapitalrendite - die wichtigste Messzahl zur Berechnung ihrer Bonuszahlungen.
Berlin, Alexanderplatz, November 2000 Im siebten Stock der Konzernzentrale der Berliner Bankgesellschaft, der heutigen Landesbank Berlin, trifft sich der Vorstand. Über die Briefkastenfirma Greico auf den Kaimaninseln werden gewaltige Risiken ausgelagert - ein wilder Bilanztrick, der über den Jahresabschluss 2000 hinüberrettet. Ein halbes Jahr später muss die Bankgesellschaft mit einer Kapitalspritze von 1,75 Mrd. Euro und einer Bürgschaft von 21,6 Mrd. vor der Pleite bewahrt werden. "The German Desease" schreibt der Journalist Mathew Rose in einem Buch über den Fall. Die Bankenaufsicht BaFin ist seit Jahren über die Probleme informiert, 20 Sonderprüfungen hat sie bis dahin veranlasst. Konsequenzen für die Landesbankenszene: keine.
Teil 4: Torschlusspanik bei der WestLB
Düsseldorf, Herzogstraße, Juli 2001 In der Zentrale der WestLB lässt sich Peer Steinbrück über den Geschäftsgang informieren. Seit 1998 überwacht er die rheinische Landesbank, erst als Verwaltungsrat, seit 2002 als NRW-Finanzminister. Bei der WestLB kommen die Conduit-Deals richtig in Fahrt. Es herrscht Torschlusspanik.
Die EU-Kommission will den Landesbanken, die auf den Kapitalmärkten immer größere Räder drehen, nur noch ein Jahr mit staatlichen Garantien gönnen. Die Landesfinanzpolitiker betteln um eine Gnadenfrist - mit Erfolg. Im Sommer 2001 entscheidet Brüssel: Sie dürfen sich weitere vier Jahre Geld vom Staat leihen, in unbegrenzter Höhe.
Mit diesem Geld können sie sich billig beim Staat refinanzieren und es anschließend auf den Kapitalmärkten mit verbrieften US-Hypotheken verwetten. Ihre staatlichen Verbindlichkeiten steigen allein in den kommenden vier Jahren auf mehr als 100 Mrd. Euro. Am Ende werden es über 500 Mrd. sein. Steinbrücks Landesbank geht mit dem Geborgten besonders sorglos um. Eine Milliarde Euro hat sie in der Russlandkrise verrubelt, in London setzt sie 1,7 Mrd. Euro mit einem Großkredit in den Sand. BaFin und Bundesbank prüfen und archivieren ihre Berichte.
Houston, Texas, Dezember 2001 Mit der Pleite des Energieriesen Enron geraten außerbilanzielle Vehikel weltweit in Misskredit. Das EU-Parlament beschließt strenge Regeln, doch in Deutschland wollen die Finanzpolitiker davon nichts hören. Bankenlobbyisten vereiteln die Umsetzung der EU-Verordnung.
Sogar Frankfurter Großbanken, die nach internationalen Standards bilanzieren, verstoßen gegen das Transparenzgebot. In Investorenpapieren wird die Masche zwar offen erklärt. Aber die Wirtschaftsprüfer schauen über die raffiniert strukturierten Vehikel hinweg, Ratingagenturen geben Bestnoten. So erhalten die Dubliner Briefkastenfirmen der SachsenLB, einer Minibank mit gerade einmal 1,5 Mrd. Euro Eigenkapital, ein "AAA"-Rating. Schließlich steht die Landesbank und damit der Staat über Haftungsverträge für alle Verluste gerade.
Berlin-Mitte, Februar 2003 Nach dem geheimen Berliner Krisentreffen der Spitzenbanker mit Schröder, Eichel und Clement laufen die Geschäfte weiter, als ob nie etwas gewesen wäre. Die WestLB verdoppelt das Volumen ihrer strukturierten Wertpapiere. In Hamburg und Kiel fusionieren die Landesbanken zur HSH Nordbank. Zusammen bewegen sie 22 Mrd. Euro im verbrieften Geschäft. Die Dresdner gründet eine Restrukturierungseinheit für "ausfallgefährdete und strategisch unwichtige Darlehen". 17 Mrd. Euro lagert sie so aus. Prüfer-Jargon: "Garbage Dump" - Müllhalde.
Die HVB gründet ihre eigene Bad Bank. Sie beginnt, deutsche Schrottimmobilienkredite und US-Hypotheken in einer neuen Einheit zu bündeln. HVB-Manager Georg Funke soll die Sparte an die Börse bringen. Ihr Name: Hypo Real Estate (HRE). Im Börsenprospekt steht: "Seit Ankündigung der Abspaltung von der HVB ist die HRE-Bank bei allen drei Ratingagenturen heruntergestuft worden."
Beim Finanzstärke-Rating von Moody's erhält die neue HRE die Note "D+". Das bedeutet, dass sie bei schwerer Marktlage auf fremde Hilfe angewiesen sein könnte. Der Börsenprospekt wird von den Aufsichtsbehörden abgenickt. Im Aufsichtsrat sitzt auch Hans-Werner Sinn, Chef des Ifo-Instituts, dessen neuer Bestseller den Titel trägt: "Ist Deutschland noch zu retten?" Alle Verantwortlichen schauen zu, wie die Problembanken sich durchschummeln.
Teil 5: Geheimprojekt mit der Nummer 16/03
Düsseldorf, Herzogstraße, Dezember 2003 In der Zentrale der WestLB wird durchgespielt, was es kosten würde, die Bank zu schließen. In den vergangenen beiden Jahren hat die Landesbank vier Mrd. Euro an Kapital verloren. Der Plan wird verworfen, er ist zu teuer.
Berlin, Wilhelmstraße, Januar 2004 Im Finanzministerium trifft eine vertrauliche Studie mit der Projektnummer 16/03 ein: "Optimale Rahmenbedingungen für einen Verbriefungsmarkt". Minister Eichel hatte die Berater der Boston Consulting Group damit beauftragt. Ihre Empfehlung: "Leistungsgestörte Kredite verbriefen".
Problematische Forderungen sollen "an Abwicklungsgesellschaften verkauft werden, die sich ihrerseits über Verbriefungen refinanzieren." Ganz offen erklären die Berater, dass die Banken mit diesem Dreh weniger Eigenkapitalpuffer halten müssen. "Regulatorische Kapitalentlastung" nennen sie das. Die Studie legitimiert den Verbriefungszirkus als finanzpolitisches Programm.
Frankfurt, Mainzer Landstraße, April 2004 Die 13 wichtigsten deutschen Banken schließen sich zu einem Verbriefungskartell zusammen. "True Sale International" nennen sie die Firma, die mit gemeinnützigen Stiftungen Verbriefungen auf deutschem Boden abwickeln will. Einer der TSI-Gründerväter neben Dieter Glüder, dem Verbriefungspapst der KfW, ist der Ministerialbeamte Jörg Asmussen, seit einem Jahr Abteilungsleiter im Finanzministerium. In einem Fachblatt lobt er: "Risikogerecht wird für viele Kreditinstitute die Eigenkapitalanforderung an ihre ABS-Bestände sinken."
London, Herbst 2004 In der Finanzpresse werden weltweit sinkende Häuserpreise thematisiert. Der britische "Economist" schreibt über den "Sonnenuntergang" am Häusermarkt. Der ostdeutsche Sparkassenverband schätzt das Volumen der Problemkredite allein im öffentlich-rechtlichen Bankensektor auf 60 bis 100 Mrd. Euro. Experten von WestLB und Nord/LB kalkulieren im November 2004 in einem Investorenpapier das "Gesamtvolumen in Deutschland an notleidenden Krediten auf bis zu 300 Mrd. Euro". Damit sind Darlehen gemeint, deren Zinsen und Tilgungen seit 90 Tagen überfällig sind. Niemand schreit auf.
Teil 6: Nun ist Merkel am Zug
Berlin, Bundeskanzleramt, November 2005 Angela Merkel richtet sich nach ihrer Wahl in der Machtzentrale ein. Die Große Koalition hat im Koalitionsvertrag den "Ausbau des Verbriefungsmarktes" beschlossen. Gleichzeitig melden Finanzdienste erste starke Marktstörungen bei US-Subprime-Hypotheken. Im Dezember fragt der TV-Sender CNN Money: "Ist die Party zu Ende?"
Clevere Investmentbanker wetten mit Leerverkäufen gegen die Aktien der US-Immobilienvermittler New Century und Indymac. Greg Lippmann, Verbriefungsexperte der Deutschen Bank in New York, hat eine noch bessere Idee. Vor Geschäftspartnern zeigt er, wie man mit Indizes unmittelbar gegen die Conduits wetten kann. Das ist smart und spricht sich schnell an der Wall Street herum.
New York, Park Avenue, Juni 2007 Die Zentrale der traditionsreichen Investmentbank Bear Stearns meldet, dass drei Hedge-Fonds mit verbrieften US-Hypotheken kollabieren. Die Wall Street ist schockiert. In Düsseldorf melden die deutschen Staatsbanker der Industriebank IKB am 20. Juli "sehr gute" Ergebnisse. Ihr Conduit Rhineland Funding segelt noch immer außerhalb der Bilanz. Die US-Turbulenzen hätten "praktisch keine Auswirkung" auf ihr Geschäft gehabt.
Düsseldorf, IKB-Zentrale, eine Woche später Am Sonntagabend gibt die IKB eine Horrormeldung heraus: Die staatliche KfW muss die IKB mit 8,1 Mrd. Euro stützen - die erste große Staatsrettung im deutschen Banken-Crash. Im IKB-Aufsichtsrat sitzt Jörg Asmussen, Steinbrücks Abteilungsleiter. Als Krisenmanager bestellt der Aufsichtsrat ausgerechnet Reinhard Grzesik, einen ehemaligen Finanzmanager der HRE-Tochter Depfa in Irland. Dort war er nicht in der Lage, den Liquiditätsbedarf sauber zu ermitteln.
Teil 7: Notrufe der Landesbanken
Dublin, Georges Quay, August 2007 Den Dubliner Managern der Sachsen LB geht das Geld für die Refinanzierung aus. Am 17. August muss ein Bankenpool die Sachsen LB retten. Wie bei der IKB reichen die Zahlungen nicht. Bald kommen neue Notrufe. Die LBBW erklärt sich bereit, die Sachsen LB zu übernehmen.
London, Cannon Street, November 2007 Beim internationalen Buchprüferkomitee IASB laufen die Krisenmails zusammen. Die vier Großen Deloitte, PwC, KPMG und Ernst & Young fürchten, wie einst Arthur Andersen im Enron-Bilanzskandal mit in den Abgrund gerissen zu werden. Conduits müssen in die Bilanz, sagen sie - und zwar sofort. Sie haben die Macht, dies auch durchzusetzen. Die Banker parieren. Ackermann meldet im November, dass er alle seine Conduits konsolidiert. Die IKB erklärt, ihr Rhineland Funding offenzulegen. Andere folgen. Das Versteckspiel ist vorbei.
New York, New Liberty Street, Dezember 2007 Im Konferenzraum der Federal Reserve of New York treffen sich Finanzwissenschaftler und Notenbanker. Ein Vortrag offenbart, dass zwei Drittel der Refinanzierungsprogramme im Verbriefungsmarkt in Dollar aufgelegt sind, während 80 Prozent der Werte von europäischen Banken betrieben werden. "Who are those guys?", fragt die Fed. Es sind Commerzbank, Dresdner, Deutsche, HSH Nordbank und neun Landesbanken.
Düsseldorf, Berliner Allee, Dezember 2007 Prüfungssaison in den Banken. In einer Minibank, der Düsselhyp, übersteigt der Zinsaufwand den Zinsertrag um 700 Millionen Euro. Die Aufsichtsbeamten registrieren es unbekümmert wie Notare. Im April 2008 ist das Institut pleite. Auf Initiative der Aufsicht werden die Problemwerte in die Resba-Beteiligungsgesellschaft in Berlin ausgelagert - wieder eine Bad Bank.
Zur Stützung bringen der Einlagensicherungsfonds und ein Bankenkonsortium 1,57 Mrd. Euro auf. Später fragt der Bundestagsuntersuchungsauschuss, welche Konsequenzen der Fall für die Risikoanalyse hatte. Klaus-Dieter Jakob, Münchner Regionalbereichsleiter der Bundesbank, erklärt: "Es gab aus meiner Kenntnis keine allgemeinen Schlussfolgerungen, die aus dem Fall der Düsselhyp gezogen wurden."sd
Teil 8: Warten auf die offizielle Analyse
Münchner Altstadt, Januar 2008 Georg Funke, Chef der börsennotierten Hypo Real Estate, meldet in einer Investorenmitteilung "nur geringes Exposure in risikobehafteten Assetklassen". Eine Woche danach trudelt bei Finanzstaatssekretär Thomas Mirow ein Brandbrief von BaFin-Chef Jochen Sanio ein. Sanio warnt vor einer "möglicherweise erschreckenden Größenordnung".
Über einen Handelsbuchbestand im Gesamtvolumen von acht Mrd. Euro stellen die Aufseher fest: "Eine eigene Bewertung der zugrunde liegenden Geschäfte ist der Bank nicht möglich." Frustriert sagt der ehemalige HRE-Risikomanager Stéphane Wolter: "Spätestens ab da hätte man sich ein Notfallszenario überlegen sollen." Für ihn war die Lehman-Pleite am 15. September nicht die Ursache der Katastrophe: "Lehman war für mich nur der Sargnagel darauf."
Washington D.C., Dirksen Senate Office Building, nach der Lehman-Pleite Offenherzig und ehrlich reden die Spitzenleute der Aufsichtsbehörden und der Industrie vor den Untersuchungsausschüssen des Kongresses. Die Protokolle ihrer Vernehmungen lesen sich wie ein historisches Drama. Sie sind Stoff für Forscher und Entscheider, sie erhellen und lehren, wie man die Finanzwelt künftig sicherer gestalten kann.
Die Berliner Aufarbeitung dagegen ist auf parteipolitisches Gezänk reduziert. Ohne Tiefe und ohne Weitblick präsentiert sich der Untersuchungsausschuss des Bundestags. Er soll ausschließlich die Rettungsgeschichte der Hypo Real Estate ausleuchten, im Wesentlichen begrenzt auf die Zeit von Anfang 2007 bis Oktober 2008.
Eifrig souffliert die SPD-Abgeordnete Nina Hauer den Zeugen aus Finanzministerium und Aufsichtsbehörden: Das Desaster konnte niemand voraussehen, erst die Lehman-Pleite änderte alles. Steinbrücks Parteigänger wollen offenbar die Lehman-Legende im Abschlussbericht festschreiben, um ihren Minister aus der Schusslinie zu nehmen.
Untersuchungsberichte wie in Großbritannien, der Schweiz oder den USA existieren nicht. Die Bundesbank versäumte es sogar, ihren regulären Finanzstabilitätsbericht zu publizieren. Bis heute gibt es über das größte Finanzdesaster seit der Weimarer Republik nicht einmal die Idee einer offiziellen Analyse.
Die Enron-Regeln
Als Folge des US-Bilanzskandals werden weltweit Vorschriften geändert. Nur Deutschland ziert sich.
Auslöser Enron. Nach dem Bilanzskandel 2001 beim Energiekonzern suchen die Amerikaner in Hearings, Forschungsstudien und Strafermittlungen gründlich nach den Ursachen der Insolvenz. Eine der identifizierten Fehlerquellen: Briefkastenfirmen außerhalb der Konzernbilanz.
Neue Vorschriften. Die Wirtschaftsprüfer bestehen darauf, dass die Offshore-Vehikel in den Bilanzen erscheinen – "konsolidiert" in der Prüfersprache. Die internationalen Rechnungslegungsstandards (IAS) bekommen nun klare Regeln. Die Vehikel (Conduits) müssen in die Bilanz, wenn sie von der Bank wirtschaftlich beherrscht werden. Zudem werden Regeln zur marktgerechten, tagesaktuellen Bewertung des Vermögens erstellt, das mit solchen Vehikeln verwaltet wird.
Deutsche Sonderregeln. Im Juni 2002 beschließt das EU-Parlament eine Verordnung, die von europäischen Banken eine Konsolidierung der außerbilanziellen Vehikel nach den IAS-Regeln fordert. Deutsche Banken bekommen eine Frist: Sie sollen ab Januar 2005 voll konsolidieren. Ausnahme: Die Landesbanken dürfen ihre Conduits noch bis 2008 verstecken.
Trickreiche Gehilfen. Mit der Umsetzung der EU-Vorgaben in deutsches Recht lassen sich die Finanzpolitiker hierzulande viel Zeit. Das aktuelle Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz mit den neuen Konsolidierungsregeln gilt erst seit Mai 2009.
http://www.ftd.de/unternehmen/finanzdienstleister/:Investmentbanken-Die-deutsche-Lehman-L%FCge/551263.html
__________________
Liebe Grüße
Günter
Hinterher sind alle schlauer und haben es schon immer gewusst, dass es so kommen musste. 
__________________
Na Günther, zitierst du wieder lange Artikel aus der BLÖD-Zeitung um gegen die SPD zu hetzen???

Zitat:
Original von Quark
Hinterher sind alle schlauer und haben es schon immer gewusst, dass es so kommen musste. 
Mit diesem Argument kann man jede berechtigte Kritik relativieren!
Nur zu einer sachlichen Ursachenforschung gehört eben auch die Frage, wann durch wen Fehler gemacht wurden!
Immerhin, das ist ja bekannt, gabe es schon vor Jahren auch Stimmen, die vor der Zulassung der Verbriefungszertifikate etc. sehr konkret gewarnt haben!
Außerdem widerspricht dieser Bericht den oft (auch hier) gehörten Aussagen, dass es sich in Deutschland um eine Angleichung an die übliche Praxis in der internationalen Bankenwelt handelte. Nach diesem Bericht hier aber war es eher so, dass Deutschland den Rest der Welt mit gewagten Sonderegeln rechts überholt hat.
Zitat:
Original von Günter
Zitat:
[B]Die Enron-Regeln
Als Folge des US-Bilanzskandals werden weltweit Vorschriften geändert. Nur Deutschland ziert sich.
Auslöser Enron. Nach dem Bilanzskandel 2001 beim Energiekonzern suchen die Amerikaner in Hearings, Forschungsstudien und Strafermittlungen gründlich nach den Ursachen der Insolvenz. Eine der identifizierten Fehlerquellen: Briefkastenfirmen außerhalb der Konzernbilanz.
Neue Vorschriften. Die Wirtschaftsprüfer bestehen darauf, dass die Offshore-Vehikel in den Bilanzen erscheinen – "konsolidiert" in der Prüfersprache. Die internationalen Rechnungslegungsstandards (IAS) bekommen nun klare Regeln. Die Vehikel (Conduits) müssen in die Bilanz, wenn sie von der Bank wirtschaftlich beherrscht werden. Zudem werden Regeln zur marktgerechten, tagesaktuellen Bewertung des Vermögens erstellt, das mit solchen Vehikeln verwaltet wird.
Deutsche Sonderregeln. Im Juni 2002 beschließt das EU-Parlament eine Verordnung, die von europäischen Banken eine Konsolidierung der außerbilanziellen Vehikel nach den IAS-Regeln fordert. Deutsche Banken bekommen eine Frist: Sie sollen ab Januar 2005 voll konsolidieren. Ausnahme: Die Landesbanken dürfen ihre Conduits noch bis 2008 verstecken.
Trickreiche Gehilfen. Mit der Umsetzung der EU-Vorgaben in deutsches Recht lassen sich die Finanzpolitiker hierzulande viel Zeit. Das aktuelle Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz mit den neuen Konsolidierungsregeln gilt erst seit Mai 2009.
http://www.ftd.de/unternehmen/finanzdienstleister/:Investmentbanken-Die-deutsche-Lehman-L%FCge/551263.html
__________________
Liebe Grüße
Günter
Powered by: Burning Board Lite 1.0.2 © 2001-2004 WoltLab GmbH